Es war eine Rede, in der die Wahrheit wohl zwischen den Zeilen stand. Nachdem er zunächst seine eigene Politik gepriesen und sogar von einem "Wirtschaftswunder" in seinem Land gesprochen hatte, übte US-Präsident Trump einmal mehr scharfe Kritik an den Europäern. Die hätten eine Reihe von Irrwegen eingeschlagen, insbesondere in der Migrations- oder Energiepolitik.
Vor allem aber hätten sie sich den USA gegenüber unfair verhalten, weil sie aus seiner Sicht ihre Nato-Verpflichtungen nicht erfüllt hätten. Und - quasi als Gegenleistung - habe Amerika jetzt eine Bitte: Grönland, ein Stück Eis im Atlantik. Die Insel sei von tragender Bedeutung für die nationale Sicherheit und er verlange die sofortige Aufnahme von Kaufverhandlungen. Er müsse und werde keine Gewalt anwenden, betonte Trump.
Der US-Präsident sprach zwar keinerlei konkrete Drohungen aus, doch machte er unmissverständlich deutlich, dass er sich für den Chef im Ring und die Europäer für verzichtbar hält.Ein mögliches "Nein" in der Grönland-Frage jedenfalls werde man nicht vergessen, sagte Trump.
Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder beraten am Donnerstag in Brüssel bei einem kurzfristig einberufenen Sondergipfel über die weitere Linie im Streit mit den USA. Nach den jüngsten Zolldrohungen aus Washington soll dabei auch über mögliche europäische Gegenmaßnahmen diskutiert werden.
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Roger Pint