In der Türkei sind 56 Personen festgenommen worden, weil sie Protestbewegungen über soziale Netzwerke gefördert haben sollen. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Ihnen wird Aufwiegelung vorgeworfen.
Mehrere Konten auf der Social-Media-Plattform X wurden gesperrt. Es handelt sich um Konten feministischer und studentischer Vereinigungen, berichtet Engelliweb, eine türkische Organisation gegen Internetzensur. Seit Imamoglus Festnahme seien mindestens 85 X-Konten blockiert worden.
Medien berichten auch, dass der regierungstreue türkische Sender NTV die Rede eines Oppositionspolitikers unterbrochen habe, weil er regierungstreue Medien aufs Korn genommen haben soll.
Im ganzen Land hat es am Freitag wieder viele Demonstrationen gegeben, um gegen die Festnahme des Bürgermeisters von Istanbul, Imamoglu, zu protestieren. Seine Partei will mit ihm bei den kommenden Präsidentschaftswahlen antreten.
Der türkische Innenminister gab am Samstag bekannt, dass nach den Demonstrationen mehr als 340 Personen festgenommen wurden. Bei den Protesten waren Hunderttausende auf die Straße gegangen.
Alleine in Istanbul sollen es laut Oppositionsangaben mehr als 300.000 Menschen gewesen sein. Dort riefen Menschen Slogans wie "Regierung, Rücktritt". Polizisten setzten Tränengas gegen Demonstranten ein, die eine Polizeiblockade durchbrechen wollten. Präsident Erdogan nannte die Proteste am Freitag "Straßenterror".
belga/dpa/okr/vk