Nach seiner Festnahme hat Istanbuls Bürgermeister Ekrem Imamoglu Staatsanwälte und Richter aufgerufen, das Justizsystem in der Türkei zu verteidigen.
Diese sollten Maßnahmen gegen eine Handvoll ihrer Kollegen ergreifen, "die die türkische Justiz ruiniert, uns in der ganzen Welt in Verruf gebracht und unseren Ruf zerstört haben", hieß es in einem Beitrag auf dem X-Profil von Imamoglu. Er vertraue der türkischen Justiz - "Sie können und dürfen nicht schweigen."
Imamoglus Partei will alle Türken über Kandidatur abstimmen lassen
Die Partei von Imamoglu hat alle Türken dazu aufgerufen, am Sonntag über seine Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten abzustimmen. Aufgerufen sind die 1,7 Millionen Parteimitglieder der sozialdemokratischen CHP. Neben den 4.000 landesweit dafür aufgestellten Wahlboxen gibt es aber auch symbolische Solidaritätsboxen für Nicht-Parteimitglieder.
Imamoglu war am Donnerstagmorgen unter Terror- und Korruptionsverdacht festgenommen worden und befindet sich seitdem in Polizeigewahrsam. Der 23. März stand bereits vor seiner Festnahme als Wahltermin für seine Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten fest.
Imammoglu gilt als aussichtsreicher Herausforderer des amtierenden Präsidenten Erdogan bei künftigen Wahlen. Die CHP und Beobachter werfen der Regierung Erdogans vor, hinter der Festnahme zu stecken und so einen politischen Konkurrenten ausschalten zu wollen. Die Regierung weist das zurück.
dpa/vk