In der Türkei haben auch am Mittwochabend viele Menschen gegen die Festnahme des Istanbuler Bürgermeisters und aussichtsreichen Erdogan-Herausforderers Imamoglu demonstriert. Trotz Verbot kamen allein in Istanbul Tausende Menschen unter hohem Polizeiaufgebot vor der Stadtverwaltung zusammen.
Auch in Ankara gab es Proteste. Vor der Universität kam es zu Zusammenstößen zwischen Studenten und der Polizei. Dabei sollen auch Demonstranten in Gewahrsam genommen worden sein.
Die türkische Polizei ermittelt auch gegen mehrere Social-Media-Nutzer wegen ihrer Beiträge. 37 Personen seien bereits "gefasst" worden, schrieb der türkische Innenminister Yerlikaya auf der Plattform X. Insgesamt seien 261 Accountinhaber wegen "provokativer Beiträge" ermittelt worden, 62 davon im Ausland. Gegen die verbliebenen werde noch vorgegangen. Den Nutzern werde etwa "Aufstachelung der Öffentlichkeit zu Hass und Feindseligkeit" und "Anstiftung zur Begehung einer Straftat" vorgeworfen.
Imamoglu war wenige Tage vor seiner geplanten Wahl zum Präsidentschaftskandidaten der größten türkischen Oppositionspartei CHP festgenommen worden.
dpa/sh