In der Türkei ist der Bürgermeister von Istanbul, Ekrem Imamoglu, verhaftet worden. Der Schritt erfolgte wenige Tage bevor Imamoglu zum Präsidentschaftskandidaten der Oppositionspartei CHP ernannt werden sollte. Er gilt als wichtigster Kontrahent des türkischen Staatschefs Erdogan.
Offiziell wirft die Staatsanwaltschaft dem Politiker die Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation und Korruption vor. Imamoglu war vor einem Jahr als Bürgermeister von Istanbul wiedergewählt worden.
Die CHP spricht von einem "zivilen Putsch", mit dem die Regierung von Präsident Erdogan einen politischen Gegner ausschalten will, und hat zu landesweiten Protesten aufgerufen. Die Menschen sollten vor Einrichtungen der sozialdemokratischen Partei zusammenkommen - allerdings nicht in Istanbul, denn dort hat das Gouverneursamt ein mehrtägiges Demonstrationsverbot verhängt.
dpa/jp/est