In seiner abendlichen Videoansprache appellierte Selenskyj eindringlich an die Bewohner im Donbass, diese Entscheidung zu treffen. Je mehr Menschen das Donezker Gebiet verlassen würden, desto weniger Leute könne die russische Armee töten.
Davor hatte die ukrainische Regierung eine verpflichtende Evakuierung angeordnet. Sie hatte den Schritt damit begründet, dass die Bürger sich vor Beginn der Heizsaison rechtzeitig in Sicherheit bringen müssten, weil die Gasleitungen durch den Krieg im Gebiet Donezk zerstört seien. Selenskyj betonte jetzt, dass alles organisiert werde für die Flucht der Menschen aus den Gebieten, die noch von der Ukraine kontrolliert werden.
Der Präsident beklagte demnach, dass viele Bürger noch immer nicht einsichtig seien. "Brechen Sie auf, wir helfen", sagte er. "Wir sind nicht Russland - eben weil für uns jedes Leben wichtig ist."
Selenskyj bezeichnete Russland einmal mehr als einen "Terrorstaat" und forderte die internationale Gemeinschaft auf, das Land zu isolieren.
Krim: Ukrainer greifen russische Flotte mit Drohne an
Auf der Halbinsel Krim ist nach russischen Angaben in der Stadt Sewastopol der Stab der Schwarzmeerflotte mit einer Drohne angegriffen worden. Dabei seien fünf Menschen verletzt worden.
Russland hatte die Krim 2014 annektiert. In vielen Regionen Russlands wird am Sonntag der "Tag der Marine" gefeiert. In Sewastopol wurden die Feierlichkeiten jetzt abgesagt.
dpa/est