In einer Ansprache Samstagnacht sagte Selenskyj, es sei notwendig, nicht nur alles zu reparieren, was die Besatzer zerstört hätten. Es müsse auch eine neue Lebensgrundlage geschaffen werden, die sicher, modern, komfortabel und barrierefrei sei. Dies erfordere kolossale Investitionen.
Selenskyj verwies auf ein Treffen am Montag im schweizerischen Lugano. Die ukrainische Regierung will dort ihre Vorstellungen für den Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes vorstellen.
Russische Truppen in Lyssytschansk eingerückt
Im Osten der Ukraine sind die russischen Truppen nach ukrainischen Angaben in Lyssytschansk eingerückt. Das teilten der ukrainische Generalstab und der ukrainische Militärgouverneur von Luhansk mit.
Unklar ist noch, ob ukrainische Einheiten in der Stadt sind. Am Samstag hatten die prorussischen Separatisten bereits die Einnahme von Lyssytschansk verkündet, Kiew entgegnete darauf, die strategisch wichtige Stadt sei noch unter eigener Kontrolle.
Lyssytschansk war nach dem Fall von Sjewjerodonezk der letzte große ukrainischkontrollierte Ort im Gebiet Luhansk.
Laut dem Generalstabsbericht gab es zudem russische Angriffe in Richtung Charkiw und Slowjansk, die jedoch zurückgeschlagen wurden.
Explosion in Belgorod
Bei Explosionen in der russischen Stadt Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine sind nach Angaben des Gouverneurs der Region drei Menschen ums Leben gekommen. Vier weitere Menschen wurden den Angaben zufolge verletzt, darunter ein zehnjähriges Kind. Darüber hinaus seien 50 Häuser beschädigt worden. Die Ursachen des Vorfalls würden untersucht, das Luftabwehrsystem werde voraussichtlich aktiviert.
Die Angaben waren von unabhängiger Seite nicht überprüfbar. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine klagt Russland immer wieder über Angriffe auf sein eigenes Staatsgebiet. Neben Belgorod werfen auch andere russische Regionen - darunter Kursk und Brjansk - der ukrainischen Seite immer wieder Beschuss vor. Kiew äußert sich zu den Vorwürfen in der Regel nicht.
dpa/dlf/sh