Oberstes US-Gericht kippt liberales Abtreibungsrecht

Der Oberste Gerichtshof der USA hat am Freitag in einer historischen Entscheidung das landesweit verfassungsmäßige Recht auf Abtreibung gekippt.

US Supreme Court in Washington (Bild: Stefani Raynolds/AFP)

US Supreme Court in Washington (Bild: Stefani Raynolds/AFP)

Der mehrheitlich konservativ besetzte Supreme Court machte damit den Weg für schärfere Abtreibungsgesetze frei. In etwa der Hälfte der Bundesstaaten dürfte es nun zu weitgehenden Einschränkungen oder kompletten Verboten kommen. Damit ist das aktuelle Recht auf Abtreibung in den Vereinigten Staaten nach fast einem halben Jahrhundert Geschichte.

Es gibt in den USA kein landesweites Gesetz, das Schwangerschaftsabbrüche erlaubt oder verbietet. Abtreibungen sind aber mindestens bis zur Lebensfähigkeit des Fötus erlaubt – heute etwa bis zur 24. Woche. Dies stellte bisher ein Urteil des Obersten US-Gerichts von 1973 sicher, das als Roe v. Wade bekannt ist.

Ein weiteres Urteil von 1992, Planned Parenthood v. Casey, bestärkte die Rechtsprechung und passte sie etwas an. Der Supreme Court hat diese Entscheidungen nun gekippt.

Das Abtreibungsrecht ist in den USA immer wieder Thema heftiger Auseinandersetzungen.

dpa/vk

49 Kommentare
  1. Jürgen Margraff

    Nichtdestotrotz werden weiterhin Frauen die GOP wählen & zu Trump halten, anscheinend sind Amis lernresistent

  2. Lutz-René Jusczyk

    Gibt es ein Recht, Menschen zu töten?
    Ich meine:, nein.

  3. Maria van Straelen

    die beiden (leider einzigen) US-Parteien sind sich ziemlich ähnlich, auch die Demokraten sind für unsere Verhältnisse eher konservativ. Man wird als Demokrat oder Republikaner, wenn nicht geboren so doch getauft und egal wie viel Kritik man später hat, man wechselt nicht zur anderen Seite. Jemand der Kritik an „seinem“ kath. Glauben hat, wird auch nicht zum Protestantismus wechseln. Es ist eine Glaubensfrage, keine Vernunftsfrage.

  4. Marcel Scholzen eimerscheid

    Herr jusczyk.

    Angenommen das Leben einer Schwangeren ist in Gefahr. Kann nur durch einen Schwangerschaftsabbruch gerettet werden. Wie würden Sie entscheiden ?

  5. Yves Tychon

    Dann kommt es zu Verhältnissen wie in Polen oder (früher) in Irland. Eine Frau, die es sich leisten kann, reist zwecks Abtreibung ins Ausland. Die anderen gehen zur Engelmacherin…

  6. Lutz-René Jusczyk

    @Marcel Scholzen Eimerscheid: Das wäre für mich der einzige Grund, der eine Abtreibung rechtfertigt.

  7. Jürgen Margraff

    Lutz-René === und was ist mit Inzestopfern, was wäre wenn eine von Julie & Melissa von dem Dutroux schwanger geworden wäre, was ist mit einer 40 jährigen die bereits eine Schar Kinder hat, alleinerziehend ist weil der Mann sie hat sitzen lassen, da sie wiederum schwanger (von ihm) ist und das Kind laut Fruchtwasseruntersuchung Trisomie 21 vorweist? Was ist mit der 15 jährigen die schwanger wurde weil ihr Onkel die „Finger“ nicht von ihr lassen konnte, oder eben Pech hatte – soll sie ihre ganze Zukunft (Studium, Arbeit etc pp) wegen ihrer Prinzipien aufgeben & mitsamt ihrem „Balg“ ins Kloster und Busse tun? So’n Schwachsinn

  8. Marcel Scholzen eimerscheid

    Man sollte sich nichts vormachen. Wer abtreiben, findet eine Lösung.Es wird sich nun ein Schwarzmarkt entwickeln bzw ein Abtreibungstourismus.

    Hier haben Moralapostel entschieden und keine Pragmatiker.Hauptsache der schöne Schein bleibt gewahrt.

    Dieses Thema wird eine große Rolle spielen im bevorstehenden Wahlkampf.

  9. Lutz-René Jusczyk

    Herr Margraff, für die von Ihnen genannten hochproblematischen Fälle wäre die Möglichkeit einer Adoptionsfreigabe des Kindes eine mögliche Option.
    Da Sie auf das Down Syndrom verweisen, möchte ich die Frage aufwerfen, ob die rechtliche Möglichkeit, in einem solchen Fall bis kurz vor dem voraussichtlichen Geburtstermin einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen, nicht eine Form der Diskriminierung behinderter Menschen darstellt.
    Wie ist es bspw. bei Spina Bifida?
    Sollten Menschen einfach abgetrieben werden dürfen, weil sie infolge eines offenen Rückens querschnittgelähmt sind?
    Welches Signal geht dadurch an jene aus, die im späteren Leben durch einen Unfall oder einen Tumor im Rückenmark querschnittgelähmt wurden?
    In meinem Bekanntenkreis gibt es selbst Personen mit einer Behinderung. Ich finde eine solche Praxis zutiefst diskriminierend.

    Herr Scholzen-Eimerscheid, hier geht es nicht um „Moralapostel versus Pragmatiker“, sondern um eine unterschiedliche Weltsicht: Es macht einen Unterschied, ob man davon ausgeht, dass es sich bloß um einen Zellhaufen handelt oder um einen Menschen mit einer von Gott erschaffenen Seele.

  10. Marcel Scholzen eimerscheid

    Werter Herr jusczyk

    Eine Frau, die abtreiben will egal aus welchem Grund, findet einen Weg, dies zu tun. In so einem Moment spielt die Weltsicht eine untergeordnete Rolle.

    Die Richter, die dieses Urteil fällten, haben aufgrund ihres Glaubens, ihrer Moralvorstellung oder politischen Überzeugung gehandelt. Sie haben ihr Gewissen erleichtert auf Kosten von in Not geratener Frauen und haben den bitteren Kelch weitergereicht an die einzelnen Bundesstaaten.

  11. Gerhard Schmitz

    Ich erinnere mich an meine Jugend, als die Debatte um die Abtreibung in Europa in vollem Gange war. Der Slogan „Mein Bauch gehört mir!“ klang damals auf den ersten Blick sehr platt, hatte es aber bei genauer Betrachtung in sich.

    Ich denke der Rechtsstaat ist mit der Bestimmung dessen, ab wann ein Mensch ein Mensch ist bzw. wird, oder anders gewendet, ab welchem Zeitpunkt eine schwangere Frau plötzlich zu zwei Menschen wird, völlig überfordert.

    Wenn all diejenigen, die für eine Abtreibungsverbot sind, sich in ihrem Umfeld mit der gleichen Kraft dafür einsetzen würden, dass JEDES Kind willkommen ist und die Eltern, insbesondere die Mütter in jeder Hinsicht, auch materiell, unterstützen würden, könnte man, so meine Überzeugung, getrost den betreffenden Frauen vertrauen, dass sie die richtige Entscheidung treffen.

  12. Andrea Fasch

    Wenn einer der Herren, die hier argumentieren, erleben muesste, das sein eigener Körper nicht mehr in seiner Entscheidungsgewalt waere, wuerde jeder vermutlich anders argumentieren.
    So sind es ja „nur Frauen“ und sie sind unwichtig, weil es ja um das Kind geht! Die Frau ist nur der Kelch…
    Wie fühlt sich eine Frau, die einen ungeliebten Menschen in ihrem Körper 9 Monate beherbergen und dann unter Schmerzen gebaeren muss?
    Wuerde einer der Herren hier dies ertragen wollen muessen?
    Wie kommen Maenner darauf, ueber Frauen entscheiden zu dürfen?

    Und , ganz nebenbei, wie wirkt sich dieser Hass der gezwungen Mutter auf das Kind aus?

  13. Werner Radermacher

    Was soll diese ganze Aufregung. In ca. 25 Bundesstaaten ist Abtreibung weiterhin erlaubt . Außerdem ist in einigen Bundesstaaten der USA das Recht auf Abtreibung liberaler als vielerorts in Europa, erlaubt bis mindestens zur 20. Woche.

  14. Lutz-René Jusczyk

    Ein wirkliches Drama, das Sie hier schildern, Frau Fasch.
    Es zeigt meines Erachtens, wie wichtig ein flächendeckendes Angebot der Begleitung schwangerer Frauen ist.
    Bei allem Schmerz und bei aller Wut, ist es dennoch eine Tatsache, dass das Kind, das im Mutterleib heranwächst, nichts für die Umstände kann, unter denen es gezeugt wurde, und als menschliche Person ein Lebensrecht hat.
    Genau deshalb ist es wichtig, dass mit der nötigen Sensibilität und Empathie während der Begleitung Wege aufgezeigt werden, die es der Schwangeren ermöglichen, ihren Groll und ihren Wut nicht auf das Kind zu projizieren, auch wenn dies mitunter eine Mammutaufgabe darstellt.

  15. Maria van Straelen

    ob Sie mit der gleichen Vehemenz diskutieren, wenn es um die unsägliche Freiheit geht, Maschinengewehre frei zu kaufen und rumzuballern ? Noch keinen Kommentar gehört. All diese Menschen haben auch ein Recht zu leben. Fast kann man die US Massnahme so auslegen, als ob man genügend ‚Kanonenfutter“ braucht. Es sind nämlich eher die ärmere Bevölkerungsgruppen, die unter dem Abortusverbot leiden. Die Kirche hat noch nie eine Lösung gefunden, im Gegenteil, dass ungewollt Mädchen schwanger wurden wird hauptsächlich von der Kirche als schändlich angesehen und moralisch verurteilt (siehe die Zustände in Irland bis tief in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts. Keine Organisation gibt diesen Frauen eine wirkliche, DAUERHAFTE Lösung, nur schöne Worte, mit einer Begleitung während der Schwangerschaft ist es nicht getan, DANACH kommen die wirklichen Probleme.
    Frau Fasch, sie haben es auf den Punkt gebracht, all das berührt die Männer überhaupt nicht…

  16. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Herr jusczyk.

    Sie haben gut reden. Erklären Sie das Mal einem Vergewaltigungsopfer in einem Kriegsgebiet. So eine Frau wäre doppeltes Opfer. Erstens durch die Vergewaltigung und zweitens durch eine aufgezwungene Schwangerschaft. Ihre Ansichten sind sehr praxisfern.

  17. Maria van Straelen

    Herr Jusczyk, Frauen treiben nicht ab, weil sie keine Schwangerschaft durchstehen, sondern weil sie keinerlei Perspektive für das Kind sehen, dass sie gebähren werden, aus ganz verschiedenen, besonders auch von Frau Fasch geschilderten Gründen. Religiöse Gruppen können es anders für ihre Anhänger beschliessen, aber nicht für einen per Gesetz von jeglicher Religion unabhängigem Staat (wie es eigentlich sein sollte). Wo sind Ihre Kommentare bei all den Massen-Erschiessungen von „bereits geborenen“ Menschen, angefeuert durch die Tatsache, dass ein !8-Jähriger ohne jegliche Beschränkung Maschinengewehre kaufen kann. Das wird von den gleichen religiösen Gruppen befürwortet. Hier geht es um Macht und Dominanz, nicht um das Wohl eines (Un)geborenen.

  18. Alexander Hezel

    Herr Jusczyk, also mal ehrlich, ihr Argument ist, „das Kind kann nichts dafür“ – und was kann denn die Frau dafür, die diese Schwangerschaft nicht will? Außerdem, als „Kind“ kann man eine befruchtete Eizelle oder einen außerhalb der Gebärmutter nicht lebensfähigen Embryo wohl kaum bezeichnen. Es ist eine Unart von religiösen Menschen, das, was da heranwächst als „Mensch/Kind/Leben“ zu bezeichnen, dann alles das ist es eben noch (!) nicht – es gehört mehr zum Leben.
    Und das Perfide geht noch weiter, versuchen Sie doch den Frauen in ihrem unermesslichen Leid und ihrer schwierigen Situation noch ein schlechtes Gewissen einzureden und irgend eine Schuld anzudichten („ihren Groll und ihren Wut nicht auf das Kind zu projizieren“) – wie abartig ist das denn?
    Mit welchem Recht meinen religiöse Menschen eigentlich, in den Gebärmuttern der Frauen herumpfuschen zu dürfen?
    Schreibt man Ihnen, Herr Jusczyk, etwa vor was Sie mit Ihrem Reproduktionsorgan machen dürfen und was nicht???

  19. Lutz-René Jusczyk

    Herr Hetzel, wenn Sie auf dem Standpunkt stehen, dass es sich bei einem Embryo und einem Fötus lediglich um einen komplexen Zellhaufen handelt, dann gebe ich Ihnen Recht.
    Wer als Christ davon ausgeht, dass jeder Mensch bei der Zeugung durch Gott beseelt wird, kommt zu einem anderen Ergebnis und zieht daraus dementsprechend andere Konsequenzen.
    Anders als in Europa spielt der christliche Glaube in den USA eine weitaus größere Rolle, daher das jetzige Urteil des Supreme Courts.
    Ich sehe nicht, wie in dieser Frage ein Konsens möglich ist.
    Bemerkenswert finde ich, dass Präsident Biden, der sich zu seinem katholischen Glauben bekennt, offenbar kein Problem mit einem liberalen Abtreibungsrecht hat.

  20. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Herr jusczyk

    Biden will wieder gewählt werden.Er ist ein vernünftiger Mensch.Sein Gewissen ist ihm wichtiger als irgendeine Glaubensrichtlinie.

    Sie müssen doch selbst zugeben, dass Sie mir Ihrem Verweis auf Gott sich irgendwie der Verantwortung entziehen und es sich einfach machen.Mich erinnert das an mittelalterliche Gottesurteile.Die schmutzige Arbeit wurde einer höheren Macht überlassen.

    In Europa war Religion immer etwas von oben verordnetes.Weltliche und Kirchliche Macht bildeten eine Einheit. Und mit zunehmender Demokratiesierung verlor die Religion automatisch an Einfluss.Nicht so in Amerika.

  21. Alexander Hezel

    Herr Jusczyk, selbstverständlich können Gläubige von irgend einer Beseelung oder dergleichen träumen – Sie können auch gerne an den großen Schlumpf oder dee fliegende Teekanne glauben, solange sie andere damit in Ruhe lassen. Wenn aber wie in den USA, Glaubensvorstellungen den anderen aufgedrückt werden, dann haben wir ein ernstes Problem, denn im Prinzip herrscht in den westlichen, aufgeklärten Staaten die strikte Trennung von Staat und Religion. Wenn aber religiöse Vorstellungen Recht und Gesetz bestimmen, dann sind wir in einem Gottesstaat. Wohin das schlussendlich führt kann man aktuell u.a. an den Diktaturen im Nahen Osten sehen oder auch in den Geschichtsbüchern über Europa nachlesen.

  22. Lutz-René Jusczyk

    Einen wertneutralen Staat, – gibt es den überhaupt?
    Ist es nicht gerade die Aufgabe des Staates, Schwächere zu schützen?
    Ich denke dabei sowohl an Ungeborene, als auch an Demente.
    Wie ist es, wenn eine Person durch eine Verkettung unglücklicher Umstände in jungen Jahren eine schwere Hirnschädigung erleidet und bis zu ihrem Tode nicht über das geistige Niveau eines Säuglings hinaus kommt?
    Wie wollen Sie, wenn Sie eine vollkommen säkulare Ethik zugrunde legen, begründen, dass jener Mensch dieselbe Würde hat wie jeder andere Mensch auch?

  23. Maria van Straelen

    Jetzt kommen Sie nicht mit Gleichberechtigung im Katholizismus. Hatten die Menschen der Kolonialländer Würde? Nein, sie waren „Heiden“ durften abgeschlachtet und ausgeraubt werden. Hatten Frauen Würde? Nein, sie wurden nach Gutdünken als „Hexen“ verbrandt. Nach der Geburt ihrer Kinder waren sie „unrein“. Und was ist mit der „unbefleckten“ Empfängnis? Ein Schlag ins Gesiicht einer jeden Ehefrau und Mutter. Hatten Andersgläubige Würde? Nein. man hat blutige Kriege gegen sie geführt. Ich glaube, dass keine einzige Institution soviel Dreck am Stecken hat, wie die Christen.
    Ihr Gott haucht also jedem Embrio am Tag des Entstehens eine Seele ein? Wird dieses Kind dann geboren, stirbt vor der Taufe, kommt es auf alle Ewigkeiten in ein „Land ohne Freud und Leid“. In Pisa erfuhr man, dass ungetaufte Babies nicht mal zur Taufe in eine geweihte Kirche durften. Man baute aufwendige Taufkirchen…
    Wenn überhaupt, so kann man NUR mit säkulärer Ethik gleichberechtigte Menschenwürde erreichen.

  24. Alexander Hezel

    Herr Jusczyk, warum diese krampfhafte Besessenheit, den Körper der Frau regulieren zu wollen, sich einmischen zu wollen, und Ungeborenen Rechtspersönlichkeit zusprechen zu wollen, sie zu Personen zu machen? Nochmals, befruchtete Eizellen und Embryos sind keine Personen. Wer sehr wohl eine Person ist, ist die schwangere Frau. Und was sie mit ihrem Körper macht geht niemanden etwas an. Vor allem nicht irgendwelche manipulative Religionen, die meinen, über den Körper von anderen Menschen, insbesondere Frauen (!), bestimmen zu müssen. Was geht es irgendjemanden überhaupt an, ob eine Frau ihre Schwangerschaft beendet oder nicht? Wenn Sie einen Uterus hätten, Herr Jusczyk, würden sie wollen, dass jemand ihnen vorschreibt, was sie damit machen dürfen und was nicht?

  25. Maria van Straelen

    Zur Mutter-Kind-Haltung der kath. Kirche im äusserst kath. Irland etliche Berichte aus 2021/22:
    Magdalenenheim (siehe Film/Wikipedia)
    N-TV: Mutter-Kind-Heime: Gott will dich nicht ..du bist Dreck
    Süddeutsche: Irland: tausendfacher Tod von unehelichen Kindern
    FAZ: Das Massengrab der Ordensschwestern
    hpd: Massengrab bei kath. Waisenhaus
    Google Titel: Heime für gefallene Mädchen / Irlands ledige Mütter / Adoptionsskandal und es geht so weiter bis gegen Ende des 20. Jahrh.
    Und der akute Fall von Kanada gegenüber den Ureinwohner-Kindern:
    Tagesschau: Überreste von 215 Ureinwohnerkindern entdeckt: jahrzehntelang wurden Kinder in Internate gesteckt, um sie umzuerziehen und zu christianisieren. Es gab 139 solcher Einrichtungen, die letzte wurde erst Mitte der 1990-er Jahre geschlossen. ca 150.000 Kinder, viele misshandelt oder sexuell missbraucht, mindestens 3200 starben, Massengrag von 215 Kindern in einem Heim.
    Also: Abtreibung nein, aber Folter, Demütigung, Mord, Schwamm drüber. Ist das Würde ? Zynischer kann man nicht sein

  26. Lutz-René Jusczyk

    Frau van Straelen, seien Sie sicher: Über die dargestellten Verbrechen bin ich genauso entsetzt wie Sie und viele andere.
    Als ich Ende der Neunzigerjahre mit meinem Theologiestudium begann, war davon noch so gut wie nichts an den Öffentlichkeit gelangt.
    Erst während meines Studiums erfuhr ich von den Vorfällen in der Diözese Boston, aber damals hat wirklich noch niemand ahnen können, wie groß das tatsächliche weltweite Ausmaß ist.
    Ich möchte Sie dennoch darum bitten, nicht alle Geistlichen und kirchlichen Mitarbeiter in einen Topf zu werfen.

    Herr Hezel, schade, dass Sie auf meinen Einwand nicht eingegangen sind.

  27. Maria van Straelen

    Herr Jusczyk, mir geht es AUSSCHLIESSLICH um die INSTITUTION KIRCHE, es war ja auch System, nicht Einzeltäterschaft. Und wenn Sie von den unsäglichen Skandalen in Irland und Kanada nichts wussten, sollte Ihnen doch deutlich gewesen sein, wie das Mittelalter (und lange danach), sowie die Kolonialzeit bis ins 20. Jahrhundert mit Menschen umging. Das war das System, keine Ausrutscher. Es ging schon immer nur um Macht, Unterdrückung und zwar über Sexualität als Mittel. Und wenn Ihnen dann seit 20 Jahren bewusst war, was in den Kinderheimen unter Nonnen geschah, wie können Sie dann Ihre Institution Kirche als Retter der Ungeborenen dahinstellen. Übrigens, es gibt eine franz. Dokumentation (auf ARTE gesehen) über Vergewaltigungen von Nonnen durch Priester, besonders in der „3. Welt“. Wenn diese dann schwanger wurden, MUSSTEN SIE ABTREIBEN, (ach sieh mal an) und wenn sie sich weigerten, wurden sie mittellos aus dem Kloster entfernt. Übrigens, der Papst wurde hierüber informiert.

  28. Lutz-René Jusczyk

    Die Kirche tat und tut aber ebenso viel Gutes im sozial-caritativen Bereich.
    Das sollte auch berücksichtigt werden.
    Zu behaupten, ihr ginge es ausschließlich um Macht, ist viel zu einseitig.
    Angesichts einer derartigen Fundamentalkritik fällt es schwer, Gegenargumente anzubringen.

  29. Alexander Hezel

    Seltsames Argument. Und all das „Gute“, das „die Kirche“ tut, macht dann die Bevormundung von Frauen, das unsägliche Beschützen von pädophilen „Würdenträgern“ und dergleichen Entsetzlichkeiten einfach so wett?
    Außerdem tut die Kirche nie Gutes ‚um des Guten willens‘ (Philantropie), sondern stets mit dem Ziel, zu missionieren und ihr mittelalterliches Weltbild zu propagieren oder aufzudrücken.
    Nein, die Kirche ist definitiv keine Kraft des Guten, denn sie hält die Menschen mit ihren Dogmen und Taten davon ab, sich frei zu entfalten; oder mit anderen Worten: „Ich bin ein Gegner der Religion. Sie lehrt uns, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen.“ (Der Gotteswahn)

  30. Andrea Fasch

    Wir können nun noch so viel ueber die Taten der Kirchen (auch die evangelischen und in den USA die Evangelikalen) diskutieren.
    Ist ein Pflanzensamenkorn eine Pflanze? Handelt es sich beim befruchteten Huehener Ei schon um ein Küken???
    Dies ist NICHT das Problem.
    Das Problem ist – darf eine Gruppe von Menschen einer anderen Gruppe eine lebensentscheidende und richtungweisende Entscheidung absprechen?

    Ganz gleich, aus welcher Situation die Frucht stammt – sie wird das Leben der Frau beeinflussen. Mindestens neun Monate, eine Geburt und ein Addoptionsverfahren lang. Und Herr Jusczyk, glauben sie mir, das ist genau so erniedrigend, dank der Institutionen, wie der Gang zur Polizie und zum Arzt nach Vergewaltigungen, da man damit das Geschehen mal wieder Maennern genau erklären muss und beweisen muss man es auch noch… Denn es sind ja so viele (0,2%) der Frauen, die das ja erfinden…

  31. Lutz-René Jusczyk

    »Und all das „Gute“, das „die Kirche“ tut, macht dann die Bevormundung von Frauen, das unsägliche Beschützen von pädophilen „Würdenträgern“ und dergleichen Entsetzlichkeiten einfach so wett?«

    Das habe ich nicht behauptet.
    Ich weiß aber, dass es Menschen gibt, die sich nichts sehnlicher wünschen als ihren kompletten Bedeutungsverlust. Genau das sehe ich kritisch, da der Mensch von Natur aus ein Homo religiosus ist.

    »Ganz gleich, aus welcher Situation die Frucht stammt – sie wird das Leben der Frau beeinflussen. Mindestens neun Monate, eine Geburt und ein Addoptionsverfahren lang.«

    Eine solche Ausgangslage ist in der Tat extrem schwierig, da einerseits schwerste seelische Verletzungen auf Seiten der Frau vorliegen, zum anderen aber das Leben einer menschlichen Person durch eine Abteibung des Fötus zur Disposition gestellt wird.
    Wenn man Menschen mit einer schweren Hirnschädigung eine unantastbare Würde zuspricht, müsste das nicht auch im Hinblick auf Ungeborene geschehen, die das Vermögen in sich tragen, sich zu geistbegabten Wesen zu entwickeln?

  32. Alexander Hezel

    Da haben Sie Recht, Herr Jusczyk, Sie haben es nicht behauptet, es klang aber m.E. ziemlich danach. Zumindest nach Whataboutism.

    Den Bedeutungsverlust braucht man sich glücklicherweise nicht erst herbei zu wünschen, er ist schon längst da. In keiner der großen Krisen dieser Welt spielt die Kirche noch eine entscheidende oder richtungweisende Rolle – und das ist gut so. Die Menschen haben verstanden, dass sie keine Religion brauchen, um ein aufrichtiges, freies und erfülltes Leben zu führen. Und dass Religionen dem Fortschritt und Gedeihen der Menschheit nur im Wege stehen, wie schon immer.

    Dass der Bedeutungsverlust in vollem Gange ist, zeigt sich auch daran, dass sich die religiösen Bewegungen radikalisieren, auch die christlichen – am Beispiel dieses rückwärtsgewandten, ‚obskurantistischen‘ Gerichtsurteils in den USA zu sehen. Ein letztes Aufbäumen vor dem endgültigen Fall in die Geschichtsbücher, wo sie hingehören.

  33. Edmund Gebser

    Werter Herr Jusczyk,
    wie bringen Sie das 5. Gebot und die, heute noch stattfindende, Segnung von Waffen in Einklang?
    Wie erklären Sie die Segenswünsche katholischer Priester bei Waffenmessen im „Lebensschutzbesessenen Amerika“?
    Und zu guter Letzt, wie begründen Sie das Eintreten von Priestern für, von der NRA ( US Waffenlobby) gesponserten Kandidaten zur Wahl von politischen Ämtern?

  34. Lutz-René Jusczyk

    Ihre Analyse trifft ausschließlich auf Europa zu.
    Weltweit betrachtet stellt sich die Lage (glücklicherweise) entgegengesetzt dar: Überall sonst gewinnen Religionen an Bedeutung.
    Europa ist aber auch jener Kontinent, im dem die Bevölkerung am schnellsten altert.
    Das sollte uns meines Erachtens zu denken geben.

  35. Alexander Hezel

    Richtig, die europäische Perspektive, aber finden Sie es etwa „glücklich“, dass so besonders hinterwäldlerische Religionen wie der Islam – in dem man(n) von Aufklärung nur zu träumen vermag – auf dem Vormarsch sind?

    Sie können es drehen oder wenden wie Sie möchten Herr Jusczyk, Gläubige sind unterm Strich Extremisten, die nur denjenigen Menschenwürde zusprechen, die sich unter ihre Fittiche begeben – selbstbestimmte Frauen, Fehlanzeige; LGBTQ+, Fehlanzeige; Freidenker, Fehlanzeige; Wissenschaftler, Fehlanzeige; Ungläubige, Fehlanzeige etc. Wenn schon alleine Kritik an Religion Grund für eine Verurteilung oder sogar ein Todesurteil ist, dann braucht man sich nicht länger zu fragen, wo das Problem liegt.

    Stellen Sie sich einmal die Frage, in welchen Momenten die Menschheit am meisten prosperiert hat – in Zeiten, in denen Religionen die Oberhand hatten, oder in Zeiten, in denen die Menschen sich aufgeklärt und frei entfalten konnten?

  36. Alessandro Vega

    „Ihre Analyse trifft ausschließlich auf Europa zu.
    Weltweit betrachtet stellt sich die Lage (glücklicherweise) entgegengesetzt dar: Überall sonst gewinnen Religionen an Bedeutung.“

    Sich darüber freuen, dass die Welt zurück zu einem Aberglauben geleitetem Mittelalter zu driften scheint freut sie wirklich ?

    „Europa ist aber auch jener Kontinent, im dem die Bevölkerung am schnellsten altert.
    Das sollte uns meines Erachtens zu denken geben.“

    Richtig, denken Sie mal über ihre eigene Aussage nach. Die Atheistischen Länder haben in der Regel auch sehr hohe Lebenserwartungen gegenüber solchen in denen Religion statt Wissenschaft anwendung findet.

    Religion ist ein längst überholtest Konzept um Massen unmündig und Dumm zu halten. Es gibt kaum Institutionen die so ohne Moral und Gewissen handeln, Menschen absichtlich in den Wahnsinn und Fanatismus treiben und am Ende zu Gewalt aufrufen um an Macht zu Gewinnen wie die Weltreligionen.

    Religion gehört ausgemerzt.

  37. Maria van Straelen

    Der Mensch ist von Natur aus ein Homo SAPIENS, schon vergessen ? Sapiens = verständig, vernünftig, klug, weise, einsichtsvoll. Genau das Gegenteil von religiosus = voller Bedenken, bes. rel. bedenklich, ängstlich [ civitas ], v. böser Vorbedeutung (Quelle Pons)
    Und das Gute, was die Kirche macht lässt Sie sich dann auch (verständlicherweise) bezahlen, sowie das Rote Kreuz und andere. DAFÜR braucht man nun wirklich nicht sein ganzes Leben einzuzwängen in absurde, nach ganz ganz hinten gewandte Ansichten.
    Das mit dem Seele einhauchen zum Zeitpunkt der Befruchtung hat bei mir noch Fragen heraufbeschwört. Ab wann genau hat Gott das getan. Selbst die Kirche gibt ja seit Mitte des vorigen Jahrhunderts zu, das der Mensch eine Weiterentwicklung der Tierwelt ist also das Gegenteil von eigener Schöpfung Gottes. Da Tiere keine Seele haben, muss es doch einen konkreten Anlass gegeben haben. Da wären wir wieder bei homo (erectus?), oder doch erst sapiens?

  38. Lutz-René Jusczyk

    Ich habe den Eindruck, als würden hier fast nur Religionskritiker schreiben.
    Was mich ärgert, ist, wenn falsche Behauptungen über das Christentum aufgestellt werden, wenn also, so wie oben, pauschal behauptet wird, Christen würden nur denjenigen eine Menschenwürde zusprechen, die selbst glauben, oder es ginge den Religionen lediglich darum, die „Massen unmündig und dumm zu halten“.
    Solche Aussagen sind schlichtweg unzutreffend!

    Nun weiß ich aber aus Erfahrung, dass es wenig Sinn macht, gegen solche plumpen und falschen Behauptungen irgendwelche Argumente ins Feld zu führen, da es ohnehin nicht möglich ist, einen Konsens zu erzielen.
    Wenn man eine berechtigte Kritik am Christentum üben darf, dann m.E. die, dass Christen auf unserem Kontinent nicht mehr den Mut haben, sich offen zum Glauben zu bekennen. In öffentlichen Diskussionen überlassen wir das Feld mehr und mehr den Religionskritikern.
    Außer mir hat sich bspw. noch niemand hier in dieser Diskussion zum Schutz des ungeborenen Lebens bekannt.

  39. Alexander Hezel

    Herr Jusczyk, weil wir diese Diskussion hier in Europa/Belgien schon vor Jahren hatten – warum meinen Sie eigentlich, gerade jetzt, als Trittbrettfahrer der radikal-christlichen USA, noch einmal dasselbe Fass aufmachen zu müssen?

    Was denken Sie denn, warum Sie hier mit ihrem Bekehrungseifer ziemlich alleine stehen auf weiter Flur? Ihr Weltbild ist ein Auslaufmodell.

    Dann argumentieren Sie doch einmal, anstatt sich zu beklagen, dass keiner auf Ihrer Seite mitredet, was genau denn falsch ist an der Feststellung, dass Religionen die Massen unmündig und dumm halten…

  40. Alessandro Vega

    „Solche Aussagen sind schlichtweg unzutreffend!

    Nun weiß ich aber aus Erfahrung, dass es wenig Sinn macht, gegen solche plumpen und falschen Behauptungen irgendwelche Argumente ins Feld zu führen, da es ohnehin nicht möglich ist, einen Konsens zu erzielen.“

    “ oder es ginge den Religionen lediglich darum, die „Massen unmündig und dumm zu halten“.
    Solche Aussagen sind schlichtweg unzutreffend!“

    Sie sind das beste Beispiel dafür, dass meine Aussage genau ins Schwarze getroffen hat.

    Soso sind diese Argumente falsch, jeder der sich drei Minuten mit dem Christentum der vergangenen Jahrhunderte beschäftigt hat wird Ihnen da wohl widersprechen.

  41. Maria van Straelen

    Herr Jusczyk, Jetzt diktieren Sie uns bereits, welche Kritik wir üben dürfen (Christen bekennen sich nicht offen zum Glauben) Na warum wohl? Weil sie erkannt haben, dass man nur irregeführt wird mit unhaltbaren Versprechen/Behauptungen und dergleichen. Dass man gezwungen wird zu Handlungen und Stellungnahmen (wie dem „Schutz des ungeborenen Kindes sprich Abortus“, obwohl man tausendfach beweisen kann, dass das dann geborene Kind NULL Schutz in der kath. Kirche hat (siehe meine Ausführungen.
    Jetzt machen Sie werden immer unglaubwürdiger, trotz verzweifeltem Glauben.

  42. Nadine Zinke

    Nun ja
    Der Körper gehört einem selbst und niemand,wirklich niemand hat das Recht über einen zu entscheiden!!!

    Klar Männer können gut reden!

    Viele solche Fälle können verhindert werden wenn die Herren auch mal verhüten würden zb bei einem flotten Abenteuer!!!

    Und jetzt nicht schreien ich mache es!

    Aber egal!

    Besser diesen Weg als wenn das arme Kind nach der Geburt getötet in der Mülltonne landet oder in erbärmlichen Verhältnissen groß werden muss!!!

  43. Lutz-René Jusczyk

    Herr Hezel, wissen Sie, wie viele großartige Denker der Weltgeschichte Christen waren?
    Denken Sie an Albertus Magnus, Thomas v. Aquin, Anselm v. Canterbury, Teresa v. Ávila, Hildegard v. Bingen, René Descartes, Blaise Pascal, Meister Eckhart, Teilhard de Chardin, Albert Schweizer, Martin Luther King, John Eccles. Die Liste ließe sich fortsetzen.
    Meinen Sie, die waren alle dumm und unmündig?

  44. Marcel Scholzen eimerscheid

    Herr jusczyk

    Das sind keine Religionskritiktiker sondern Vertreter eines anderen Kultes, nämlich des Klimakultes mit Greta Thunberg an der Spitze.Eine Art Konkurrenz für die katholische Kirche.Für diese Leute ist zum Beispiel der Zweifel am Klimawandel genau so schlimm wie Abtreibung für die katholische Kirche.Ein absolutes No-Go.Und Witze über Greta Thunberg sind Gotteslästerung.Und mancher dieser Klimajünger ist bereit, sein Leben zu Opfern fürs Klima.So gab es letztes Jahr in Berlin einen Hungerstreik von Klimaaktivisten. Vernünftiges Handeln und Denken ist dort nicht immer gegeben.

    Religionen mögen in Europa an Bedeutung verlieren, aber gleichzeitig gewinnen Ideologien an Bedeutung. Und diese haben auch ihre Götzen.

  45. Alessandro Vega

    „Herr Hezel, wissen Sie, wie viele großartige Denker der Weltgeschichte Christen waren?“ Wissen Sie, dass die meisten großen Denker aka. Wissenschaftler es heutzutage nicht sind ? Damals hatte man schlicht keine Wahl und wusste es nicht besser. Aber da Sie schon Martin Luther nennen. Dieser ist das beste Beispiel dafür, dass die Katholische Kirche den Menschen versucht hat Dumm zu halten wogegen Luther etwas tun wollte.

    @MARCEL SCHOLZEN
    „Das sind keine Religionskritiktiker sondern Vertreter eines anderen Kultes, nämlich des Klimakultes mit Greta Thunberg an der Spitze.“

    Es wirkt beinahe Paranoid wenn Sie glauben jeder der nicht Ihrer Meinung bei einem Thema sei gehöre zu einem Klimakult. Diese Aussage ist zwar nicht ganz an den Haaren herbei gezogen da den meisten Wissenschaftlern und damit in der Regel auch „Religionkritiker“ sich für den Klimaschutz auspreche. Das hat mit reinem Menschenverstand zu tun den fanatisch religiöse Menschen offenbar am Altar abgegeben haben.

  46. Lutz-René Jusczyk

    »Religionen mögen in Europa an Bedeutung verlieren, aber gleichzeitig gewinnen Ideologien an Bedeutung. Und diese haben auch ihre Götzen.«

    Eine hochinteressante These, die es m.E. verdient, näher untersucht zu werden.
    Ich erlebe es immer wieder, dass Menschen, die jeglichen Bezug zum christlichen Glauben verloren haben, beginnen, absolut fragwürdige Positionen mit einer derartigen Vehemenz zu vertreten, dass Gegenargumente völlig zwecklos sind.
    Das Ganze nimmt in der Tat pseudoreligiöse Züge an.
    Die Querdenkerbewegung wäre ein solches Beispiel.
    Extinction Rebellion würde ich auch dazurechnen. wobei die sich immerhin auf die Erkenntnisse der Mehrheit der Wissenschaftler berufen können. Problematisch ist da jedoch die Radikalität, die von den Anhängern an den Tag gelegt wird, die sich u.a. in der Durchführung höchst fragwürdiger Aktionen äußert.
    Auffällig ist bei jenen Strömungen das Bestreben, Wissenschaftler zu finden, die mit ihren Aussagen die eigenen Positionen untermauern, um ja nicht als unwissenschaftlich zu gelten.

  47. Maria van Straelen

    „diese haben AUCH Ihre Götzen“ ‚Auch“ wie die Christen? In der Tat diesen Vergleich sollte man näher unter die Lupe nehmen. Man kann durchaus ohne diese „Verschwörungstheorien“ auskommen … Nur den Verstand gebrauchen, was Du nicht willst dass man dir tut, das füg auch keinem andern zu … Und schon hat man eine bessere Gesellschaft. Aus dem eigenen Verstand heraus Dinge tun, nicht weil sie in irgendwelchen uralten Büchern stehen oder ein „Gott“ sie gesagt haben soll. Fallen bei Ihnen die Christen im Mittleren Westen der USA unter radikal?

  48. Marcel Scholzen eimerscheid

    Herr jusczyk.

    Im Laufe der Menschheitsgeschichte haben alle Kulturen irgendwelche Kulte hervorgebracht. Eine rein auf das Diesseits fixierte gab es meines Wissens nicht. Es liegt in der Natur des Menschen irgendwelche Götter zu verehren.

  49. Yves Tychon

    So, nachdem nun alles gesagt wurde (wenngleich nicht von allen), möchte ich ein versöhnliches Fazit in Form eines Zitats von Philippe Gelucks Kater (Comic-Figur) beisteuern:

    “Wie wäre es denn, wenn die religiösen Eiferer im Diesseits die Nicht-Gläubigen in Ruhe lassen würden? Im Gegenzug würden die Atheisten im Jenseits die Klappe halten… “ 😇