Junge Leute wissen: Rosenkohl ist wirklich „bah“!

So manche Eltern müssen jetzt stark sein. Die vielleicht wichtigste Nachricht des Wochenendes kommt für Kinder nicht aus Washington, Paris oder Peking, sondern aus Australien, denn es gilt endlich als bewiesen: Rosenkohl oder Brokkoli sind nicht gerade das Lieblingsgemüse von Kindern, weil sie ihnen auch wirklich anders schmecken.

Rosenkohl (Bild: Aline Brugmans/Belga)

Bild: Aline Brugmans/Belga

Rosenkohl, Blumenkohl, Chicorée oder Brokkoli – vielen Kindern dreht sich schon beim Hören dieser Gemüsesorten der Magen um. Australische Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, warum das so ist. Sie haben entdeckt, dass eine chemische Reaktion einen Geruch wie faulendes Fleisch verursacht.

Laut der Studie des Wissenschaftlerteams der Universität Sydney ist es sehr möglich, dass Kinder dieses Gemüse aufgrund eines bestimmten Enzyms in ihrem Speichel nicht mögen. Dieses Enzym ist auch in Gemüse wie Rosenkohl oder Blumenkohl enthalten. Und wenn die Kinder zum Beispiel in ein Blumenkohlröschen beißen, kommen die beiden zusammen und es kommt zu einer chemischen Reaktion.

Es wird in diesem Gemüse eine bestimmte Substanz freigesetzt namens s-Methyl-Cystein-Sulphoxid. Dadurch entstehe ein schwefelhaltiges Aroma und damit ein bitterer Geschmack, schreiben die Wissenschaftler in ihrem Artikel, den sie im September in der Fachzeitschrift Journal of Agricultural and Food Chemistry veröffentlicht haben. Die Wissenschaftler schreiben, dass die Substanz in kleinen Dosen in Ordnung ist, aber wenn sie dominant wird, riecht sie wirklich nach faulendem Fleisch und Schwefel.

Diese Empfindlichkeit gegenüber bitteren (und auch sauren) Geschmäckern lässt sich durch die Evolution erklären. Es ist eigentlich ein Abwehrmechanismus unseres Körpers, der vor verdorbenen oder giftigen Lebensmitteln warnt. Ein süßer Geschmack hingegen deutet auf energiereiche Lebensmittel hin. Das ist natürlich aus heutiger Sicht eine Ironie des Schicksals: Zu viel Zucker macht krank, und Brokkoli ist ja zum Beispiel ein äußerst gesundes Gemüse.

Man sollte Kinder in jedem Fall zum Probieren ermutigen. Denn bestimmte Geschmacksrichtungen lernen wir tatsächlich erst zu schätzen, wenn wir ihnen häufiger ausgesetzt sind. Der Zwang, einen ganzen Teller voll mit Rosenkohl aufzuessen, kann aber zu einem langzeitigem Ekel führen.

Es ist übrigens bemerkenswert, dass die Wissenschaftler einen genetischen Zusammenhang gefunden haben. Eltern, die selbst viel von dem eben genannten Enzym in ihrem Speichel haben, geben diese Veranlagung wahrscheinlich an ihre Kinder weiter. Wer als Erwachsener also nicht gerne Brokkoli und Rosenkohl isst, kann davon ausgehen, dass auch der Nachwuchs einen schwierigen Gewöhnungsprozess durchlaufen wird.

demorgen/mz

4 Kommentare
  1. Peter Reinhardt

    Am Geschmack kann es ja kaum liegen, denn der ist gegenüber früher sehr deutlich zurückgegangen. Schade eigentlich.

  2. Peter Seifert

    Ketchup drüber -schmeckt (fast) jedem Kind.
    Gut,ob’s dann zum Gourmet wird,das bleibt offen.

  3. Peter Reinhardt

    Vielleicht noch durch den Wolf drehen, dann sieht es auch aus wie grüne Spaghetti Herr Seifert. Übrigens gibt die auch als Eis.

  4. Hans Schmid

    Ich würde sagen es liegt eher daran weil viele Mütter es nicht zubereiten können