Haiti: Machtvakuum nach Präsidentenmord

Der Mordanschlag auf den Präsidenten von Haiti hat in dem Karibikstaat ein Machtvakuum entstehen lassen.

Der bisherige haitianische Interims-Premierminister Claude Joseph (l) (Bild: STR/AFP)

Der bisherige haitianische Interims-Premierminister Claude Joseph (l) (Bild: STR/AFP)

Haitis Senat hat seinen bisherigen Präsidenten Joseph Lambert zum Übergangs-Präsidenten gewählt. Allerdings ist der Senat seit Januar 2010 nicht mehr beschlussfähig. Es war daher zunächst unklar, ob Lambert das Amt tatsächlich antreten kann.

Der Außenminister und bisherige Interims-Premierminister Claude Joseph erklärte sich zum amtierenden Regierungschef. Als solcher hielt er in den vergangenen Tagen Ansprachen an die Nation, unterzeichnete Erlasse und führte Gespräche mit Vertretern ausländischer Regierungen.

Haiti bittet um Entsendung von US-Truppen

Angesichts der instabilen politischen Lage in Haiti hat die dortige Übergangsregierung die USA um die Entsendung von Truppen gebeten. Das bestätigte der amtierende Ministerpräsident Joseph. Man brauche Unterstützung, um die Lage unter Kontrolle zu bringen und das Land zu stabilisieren, sagte Joseph in einem Interview. Die USA haben bisher nur angekündigt, mit Polizeikräften bei den Ermittlungen zum Mord an Präsident Moïse zu helfen.

Inzwischen wurden mehr als 20 Verdächtige im Zusammenhang mit dem Mord an Präsident Moïse festgenommen. Moïse war in der Nacht zum Mittwoch in seiner Residenz von Unbekannten erschossen worden. Schon vor der Tat herrschten in Haiti Bandengewalt und Armut.

dlf/dpa/tagesschau/mh/sh

Ein Kommentar
  1. Marcel Scholzen eimerscheid

    Da frag ich mich, was und vor allem wem die Entwicklungshilfe der letzten Jahre und Jahrzehnte genutzt hat. Haiti scheint ein Fass ohne Boden zu sein.