Spektakulärer Schlag gegen Kunstfälscher-Mafia in Portugal

Die Polizei hat in der Nähe von Lissabon einen Betrügerring ausgehoben und dabei rund 130 gefälschte Kunstwerke sichergestellt. Die Gemälde trugen gefälschte Signaturen von Künstlern wie Leonardo da Vinci oder Pablo Picasso.

Sichergestellte Kunstwerke im Polizeirevier von Lissabon

Sichergestellte Kunstwerke im Polizeirevier von Lissabon

„Wenn diese Bilder auf den Markt gekommen wären, wäre durch den Betrug ein Schaden von hunderttausenden Euro entstanden“, erklärte Joao Oliveira, der Chef des Kunstdezernats der Kripo in Lissabon.

Wie die Ermittler am Montagabend mitteilten, handele es sich um den größten Schlag gegen Kunstfälscherbanden in Portugal und um einen der größten in Europa.

Man gehe aufgrund der Techniken und der Vielfalt der gefälschten Meister (Leonardo da Vinci, Pablo Picasso, Marc Chagall, Joan Miró, Henri Matisse, Claude Monet, Francisco de Goya, Wassily Kandinsky, Amedeo Modigliani, …) davon aus, dass die meisten der konfiszierten Bilder im Ausland angefertigt worden seien.

Mit einem falschen Chagall in Händen sagte Oliveira: „Das ist keine gute Kopie. Wenn man genau hinsieht, erkennt man unter der Farbe die Bleistiftzeichnungen“. Die ‚Picassos‘ seien sehr schlechte, die ‚Goyas‘ gute Fälschungen.

Norwegerin im Nobelbadeort Cascais festgenommen

Die Beamten entdeckten die Bilder bereits vergangene Woche bei einer Hausdurchsuchung in der Wohnung einer Norwegerin in der Stadt Cascais etwa 25 Kilometer westlich von Lissabon. Dabei wurden auch falsche Zertifikate sichergestellt, die die Echtheit der Bilder bescheinigen sollten.

Die etwa 40 Jahre alte Norwegerin sei wohl die Händlerin der Bande. Sie sei mit einem Portugiesen verheiratet und habe in der Kunstszene des von vielen Ausländern bewohnten Nobelbadeortes Cascais zahlreiche Freunde, hieß es. Die Frau wurde festgenommen, später aber gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt.

Die Beschlagnahmung deutet nach Angaben der Polizei darauf hin, dass Portugal inzwischen ein wichtiger Standort für Banden von Kunstfälschern geworden sei. Im laufenden Jahr sei die Zahl der konfiszierten Fälschungen von Werken bedeutender Künstler auf über 300 angestiegen. In Cascais waren erst im September 27 gefälschte ‚Meisterwerke‘ sichergestellt worden.

dpa/epa/km - Bild: epa

Kommentar hinterlassen
Ein Kommentar
  1. Werner Reiter

    Kunstmafia beißt sich die Zähne aus – Fälschungen werden unmöglich !

    Zurzeit geistert in sämtlichen Medien die These herum, dass sehr viele Kunstfälschungen auftauchen und der internationale Kunstmarkt dadurch weitgehend geschädigt wird.
    Denn sehr oft will man dies auch gar nicht so genau wissen. Das auf diesem Sektor gelogen wird das sich die Balken nur so biegen, ist allen bekannt die sich mit Kunst ständig beschäftigen. Es ist wie bei einem ärztlichen Kunstfehler, wo ein altes Sprichwort lautet: Keine Krähe hackt einer ANDEREN ein Auge aus. So wie ein Kurator, der vor kurzem bei einem Museum entlassen wurde, weil er zu viele Kunstfälschungen entlarvt hatte, was für dessen Museum natürlich geschäftsschädigend war. Somit hat man den Eindruck, dass man gegen eine Wand läuft, wenn jemand dagegen etwas tun oder gar Nachforschungen machen möchte. Dabei geht es jedes Mal um sehr viel Geld.
    Und keiner lässt sich dabei gerne in seine Karten schauen, bis wieder eine unerklärbare Vermutung einer Fälschung in irgendeiner Pressemeldung zu tage kommt, wo nicht wirklich was Konkretes herauskommt. Oft werden Kunstwerke sooft mitgeschleppt, bis diese dann am Kunstmarkt auf einmal für Echt erklärt werden, und dann für immer in Depots eines Sammlers oder Museen für lange Zeit verschwinden.

    Mit Fälschungen ist der internationale Kunstmarkt übersäht, dass nicht einmal Experten sich über Echt oder Fälschung manchmal eine Exakte Entscheidung für ein Kunstwerk treffen können. Man kauft gewöhnlich Kunst die einem gefällt um somit auch eine gewisse Wertanlage zu kaufen. Das wird für den Kunstsammler erst richtig interessant, wenn es dazu noch um einen berühmten Künstler handelt,
    denn nach dem Tod des Künstlers steigt oftmals auch der Preis des Kunstwerks. Somit wird Kunst im Sammlerkreisen wie eine wertvolle Aktien gehandelt. Dann neigt auch der Sammler als Käufer oftmals einen großen Fehlgriff zu machen, indem er durch falsche Expertisen sowie Provenienznachweise getäuscht wird. Vor allem, wenn es um unbekannte Frühwerke eines Künstlers handelt wird es immer wieder schwer sein, diese Echtheit auch wirklich Lückenlos zu beweisen. Denn der Künstler verändert auch im lauf seines Leben seinen Malstil, bis er in der Kunst ein gewisses Markenzeichen ( Stil sowie Technik ) erlangt, dauert es meistens viele Jahre.
    Steht’s da orientiert man sich auf Hauptwerke des Künstlers, die kennt man am intern. Kunstmarkt am besten, denn da glaubt man auf Nummer sicher zu gehen. Zwischen Frühwerke, Hauptwerke sowie Spätwerke eines Künstlers treten immer wieder große Unsicherheiten auf und die Fälschungen die am Kunstmarkt angeboten werden, sind von der Technik, sowie vom Material immer besser und origineller, weil man heute ganz andere Möglichkeiten hat als früher. Klarer ausgedrückt, man hat als Sammler gar keine Chance dies absolut zu unterbinden, man kauft natürlich im vertrauen des Händlers die oft selbst betrogen wurden, aber in erster Linie kauft man, weil einem das Kunstwerk gefällt, dass ist das wichtigste für einen Kauf eines Kunstsammlers. Die Probleme tauchen erst meist beim Wiederverkauf eines Kunstwerks auf, da es bei einer Überprüfung einer Expertise immer wieder unterschiedliche Experten Meinungen gibt, die manchmal nicht einmal gerichtlich zur Gänze geklärt werden können – wie man sehr oft in der Presse verfolgen kann. Wie auch im diesem Fall, dem Flechtheim Kunst – Skandal durch ( Aufkleber auf der Rückseite der Bilder ) beschäftigt.
    Die durch irgendeine Aufkleber auf Kunstwerke von Galerien oder Sammler vorgenommen wurden, und somit dessen Sicherheit gewährleisten möchten. Den Kunstmarkt aber durchaus noch mehr verunsichern kann, weil es wie die Praxis zeigt, nichts leichteres gibt als diese Aufkleber auszutauschen, was sicherlich keine große Leistung von Fälschung in diesem Sinne erfordert. So spielt man am Kunstmarkt mit Unsicherheit vieler Sammler und Museen,
    was nur ein Geschäft ist, mehr aber nicht. Kunst muss mit der Identität des Künstlers am Kunstwerk ineinander verschmelzen, die von niemand mehr entfernt werden kann. Denn dieses System „ Fingerabdruck „ das die einzige Möglichkeit ist die absolute Identität des Künstlers zu beweisen erst möglich macht, aber nur dann, wenn dieser Fingerprint auch registriert ist. Diese einzigartige Identität des Menschen ist so alt wie die Menschheit selbst.
    Erst dann gibt es eine 100%ige Gewährleistung für die Nachwelt einer Provenienz,
    sowie eines Echtheitsnachweis des Künstlers zu garantieren – wenn dieser wie erwähnt auch registriert ist. Aber sicher kein Aufkleber auf einer Rückseite, den jeder bei Bedarf austauschen kann.

    Bei der internationalen Kunstmesse in Rotterdam „ Art & Living „ vom 29.10. bis 31.10.2010
    wird diese Kunstrichtung „ Fingerprint on Art „ von der Galerie Gerold Maier Marketing ( Vormals Galerie Böhner ) aus Mannheim vertreten.

    Dass Kunstfälschungen nicht mehr möglich sind, kann man unter:
    http://www.fingerprint-on-art.com besichtigen.

Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150