Papstsekretär soll sexuellen Missbrauch jahrelang vertuscht haben

Ein polnischer Dokumentarfilm setzt den frühreren Sekretär von Papst Johannes Paul II., Stanislaw Dziwisz, unter Druck.

Papst Johannes Paul II. und Sekretär Stanislaw Dziwisz 2004 (Bild: Paolo Cocco/AFP)

Papst Johannes Paul II. und Sekretär Stanislaw Dziwisz 2004 (Bild: Paolo Cocco/AFP)

Der heute 81-Jährige soll jahrelang Hinweise auf sexuellen Missbrauch durch katholische Geistliche vertuscht haben. Opfer, Priester, Experten und Investigativjournalisten erklären in dem Film, dass Dziwisz Anschuldigen aus der ganzen Welt unter den Tisch hat fallen lassen, und zwar aus Loyalität zu den Beschuldigten, oder weil sie der Kirche hohe Geldsummen haben zukommen lassen.

Die möglichen Vertuschungen sollen während der Amtszeit des Papstes von 1978 bis 2005 erfolgt sein. Eine Untersuchungskommission im Vatikan soll die Vorwürfe überprüfen.

In einem anderen Fall hat der Vatikan am Dienstag bestritten, Missbrauchsfälle unter den Teppich gekehrt zu haben. Dabei geht es um die Vorwürfe gegenüber Kardinal Theodore McCarrick in den USA. McCarrick war 2019 wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen aus dem Priesteramt entlassen worden. Aus dem damaligen Untersuchungsbericht ging auch hervor, dass der damalige Papst Johannes Paul II von den Missbrauchsvorwürfen wusste, McCarrick aber trotzdem zum Kardinal beförderte.

Der Vatikan widersprach aber der Anschuldigung, zu spät reagiert zu haben. Bis 2017 habe es keine handfesten Beweise gegeben. Der Vatikan gab allerdings zu, Fehler gemacht zu haben – auf Basis von ungenauen oder unvollständigen Informationen. Auch die Beförderung sei im Nachhinein betrachtet ein Fehler gewesen.

In Paris hat zudem der Prozess gegen den Ex-Botschafter des Vatikans in Frankreich, Luigi Ventura, begonnen. Der heute 75-jährige Ventura ist angeklagt, fünf Männern gegenüber sexuell übergriffig geworden zu sein. Ventura drohen fünf Jahre Haft und eine hohe Geldstrafe. Der Vatikan hatte seine diplomatische Immunität 2019 aufgehoben, eine Premiere im Kirchenstaat.

belga/vk

Ein Kommentar
  1. Frank Mandel

    Das hat den gleichen Charakter, wie die anhaltenden Hinrichtungen im Regime des Iran und die Unterdrückung der Menschlichkeit.
    Einfach beide Strukturen auflösen und was neues kreieren.
    Einfach mal die Gläubigen fragen, Liebe ist die einzige Revolution! Und im Herzen nach GOTT fragen hat noch niemanden geschadet aber solche Strukturen schänden.
    Traurig…