Wolfgang Clement ist tot

Der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident und deutsche Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement ist tot.

Der ehemalige deutsche Bundesminister Wolfgangn Clement starb im Alter von 80 Jahren (Archivbild: DPA)

Der ehemalige deutsche Bundesminister Wolfgang Clement starb im Alter von 80 Jahren (Archivbild: DPA)

Der ehemalige SPD-Politiker starb in der Nacht zum Sonntag friedlich im Kreise seiner Familie in seinem Haus in Bonn, wie seine Sprecherin sagte.

Erst im Sommer war bekannt geworden, dass Clement an Lungenkrebs litt. Er wurde 80 Jahre alt.

 

dpa/dop

8 Kommentare
  1. Marcel Scholzen eimerscheid

    Er war der Vollstrecker der umstrittenen Hartz Reformen von Kanzler Schröder. So kam es zu einer Entfremdung zwischen der SPD und den „kleinen Leuten“, das bis heute zu spüren ist. Die SPD hat sich bis heute nicht davon erholt. Ist noch immer in einer Glaubwürdigkeitskrise.

  2. Alfons van Compernolle

    Sie haben Recht , Herr Scholzen Eimerscheid !
    Armutkreationspolitik oder noch besser Verrat & Ausverkauf der kleinen Leute !
    Das heutige „Deutsche Elend“ , die Armut und die Altersarmut aber auch die Privatisierung des Sozialen-Wohnungsbaus und somit die heutige Wohnungsnot inkl. beinahe nicht mehr bezahlbare Mieten, trägt den Namen & Stempel der SPD.
    Wir wollen dann aber Bitte nicht vergessen, dass alle Parteien nach Kanzler Schröder diese Politik fortgesetzt haben , nicht nur die SPD alleine !!

  3. Benny Appelt

    Der historischen Wahrheit zur Liebe sei gesagt, dass die Agendapolitik 2010, in gewisser Weise „alternativlos“ war.
    Deutschland hatte zu Jahresbeginn 2003, 5 Mio „offizielle“ Arbeitslose, also Unterbeschäftigte, Kurzarbeiter und Personen in Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit (wie ABM und Eingliederungsmaßnahmen) nicht mitgerechnet. Im Osten Deutschlands war fast jeder 3 Haushalt von Transferzahlungen des Staates abhängig. Es bestand also ein enormer Handlungsbedarf.
    Das sicher bei der Umsetzung dieser neoliberalen Angebotspolitik am Arbeitsmarkt Fehler gemacht wurden ist unstrittig. Aber in der Zwischenzeit wurden ja auch gewisse Elemente wieder zurückgenommen und korrigiert. Die Alternative wäre gewesen nichts zu tun und den Wagen richtig gegen die Wand fahren zu lassen.
    Gut dass sich Deutschland reformbereit gezeigt hat, und sich nicht in seinem Status der glückseeligen Illusion eingerichtet hat. Wo das hinführt kann man von Liège über Charleroi, Mons bis Tournai sehen.

  4. Marcel Scholzen eimerscheid

    Herr Appelt.

    Was waren die Hartz Reformen ? Es war nichts anderes als eine „innere Abwertung“, dh man reduzierte Kosten (Löhne, Sozialleistungen, etc) auf dem Rücken der kleinen Leute. So wurden Produkte aus Deutschland billiger. Dank EU Binnenmarkt konnte Deutschland auf Teufel komm raus liefern. Das war das Geheimnis des letzten deutschen Wirtschaftsbooms. Deutschland hatte sich auf Kosten andere EU Staaten saniert. Es hatte ja in den letzten Jahren einen riesigen Aussenhandelsüberschuss, was sogar von internationalen Organisationen kritisiert wird. Dagegen haben andere Staaten riesige Defizite wie Frankreich oder Italien. Es fehlt innerhalb des Binnenmarktes ein Ausgleichmechanismus für zu große Defizite oder Überschüsse. Vielleicht kommt ja mal ein schlauer Kopf auf eine Idee, wie sowas gehen könnte.

  5. Frank Kueches

    Guter Kommentar Herr Scholzen Eimerscheid gehe zu 100% Konform
    Vielleicht kann der schlaue Kopf auch fesstellen inwieweit die deutsche Dominanz zu dieser allgemeinen EU- Überdrüssigkeit und Skepsis beigetragen hat. Objektiv gerade bei den grossen Themen CO2 Werte=Automobilindustrie und Glyphosat =Chemieindustrie und Bankenkrise war doch ein sehr bestimmendes deutsches Verhalten festzustellen. Das könnten sich dann Populisten zu nutze gemacht haben um Stimmung gegen Brüssel zu machen. Haben nicht viele Menschen in Europa Angst vor diesem Koloss? Es sind Fragen und keine Behauptungen! Nur bei Gesprächen mit Geschäftsfreunden aus anderen Ländern wurde und wird das sehr häufig thematisiert.

  6. Marcel Scholzen eimerscheid

    Danke Herr Kueches für die Blumen.
    Deutschland hat Wirtschaftspolitik nach kolonialer Art und Weise betrieben.Osteuropa und der Balkan sind das deutsche Kolonialreich in Europa, auch bekannt als verlängerte Werkbank, genau wie viele frankophone Staaten Afrikas heute noch de facto Kolonien Frankreichs sind.Schwache Staaten waren und sind ein Reservoir für Rohstoffe und preiswerte Arbeitskräfte und ein Absatzmarkt für die eigenen Produkte.Den wirtschaftlichen Einfluss Deutschlands sieht man gut an den Währungen BosnienHerzegowinas, der konvertiblen Mark (nach Vorbild der DM) und Bulgariens, dem Lew.Beide sind fix an den Euro gebunden, dh 1 € = 1,95 Konvertible Mark bzw 1 € = 1,95 Bulgarische Lew.Entspricht dem Wechselkurs der DM zum Euro.

    Genau wie in Afrika, wo Frankreich auch die Währungen diverser Länder kontrolliert. Dort ist ein Euro auch fix 655,95 Franc cfa.

    Diese auf Export und Stärke basierende Wirtschaftspolitik ist durch die Coronakrise in Frage gestellt. Export macht abhängig vom Ausland.

  7. Benny Appelt

    Herr MSE,

    unstrittig ist, dass die Agendapolitik zum Absinken des allgemeinen Lohnniveaus am unteren Ende der Lohnskala sowie des implizit definierten Mindestlohns (Grundsicherung, besser bekannt als ALG 2) geführt. In der Folge entstand innerhalb Europas einer der größten Niedriglohnsektoren.
    Allerdings müssen sie die Effekte von Lohnsenkung und Absatzsteigerungen in Form von Exporten trennen, da die Effekte nicht zwangsläufig korrelieren. Wenn die Produkte und Dienstleistungen nur „billig“ wären und nicht qualitativ, dann würde sie auch niemand im Ausland kaufen. Am Ende sind es doch auch die Verbraucher im Ausland, die entscheiden deutsche Produkte zu importieren, also so gesehen eine privatautonome Entscheidung eines mündigen Verbrauchers, auch aus belgischen Landen.

  8. Frank Kueches

    Ich denke ein dritter wichtiger Faktor fehlt : Massenproduktion

    Wer schon, den national grössten Absatzmarkt besitzt diesen duch grosse Mengen welche zu einem sehr niedrigen Lohnniveau produzieren lässt, bedient: diesem Land ist es möglich dann noch mehr Waren noch günstiger welche fuer den Export bestimmt sind produzieren zu lassen.
    Hinzu kommt noch ein Faktor wie und durchwen lassen sich diese Waren verkaufen
    Ganz Europa ist durchzogen mit einem Netz von Aldi, Lidl, Mediamarkt Carglass etc
    Das dann in Kombination mit dem Slogan „Geiz ist Geil, billg billg“
    funktioniert wunderbar

    Somit erinnert mich das ganze an ein Computerspiel aus den 80ger PAC-Man