Mutmaßlicher Haupttäter für Völkermord von Ruanda tot

Einer der Hauptverdächtigen für den Völkermord in Ruanda 1994 ist tot. Die Leiche des früheren Verteidigungsministers Augustin Bizimana sei nun eindeutig identifiziert worden, bestätigte der Chefankläger des UN-Tribunals zu Ruanda, der Ostbelgier Serge Brammertz, am Freitag in Den Haag.

Tribunal Ruanda (Bild: Nichole Sobecki/AFP)

Bild: Nichole Sobecki/AFP

Bizimana wurde als einer der Befehlshaber des Völkermordes seit 1998 steckbrieflich gesucht. Er soll auch für die Ermordung der Ministerpräsidentin Agathe Uwilingiyimana und von zehn belgischen UN-Friedenssoldaten verantwortlich gewesen sein.

Seine Leiche ist nach Angaben des Gerichts in einem Grab im Kongo gefunden und von internationalen forensischen Experten identifiziert worden. Er sei vermutlich bereits seit 20 Jahren tot.

Erst vor knapp einer Woche war ein anderer Drahtzieher der Massenmorde in Paris festgenommen worden. Der 84-jährige Geschäftsmann Félicien Kabuga gilt als der Finanzier des Völkermordes vor mehr als 25 Jahren. Dabei waren mindestens 800.000 Tutsis und gemäßigte Hutus getötet worden. Kabuga soll an das UN-Tribunal in Den Haag ausgeliefert werden.

Die Ankündigung sei eine Enttäuschung für die Opfer und die Hinterbliebenen, teilte die Opfervereinigung Collectif des parties civiles pour le Rwanda (CPCR) in Frankreich mit. Die einzige Möglichkeit, den Schmerz etwas zu lindern, sei eine Verurteilung der Schuldigen, sagte Sprecher Alain Gauthier. Nur die Justiz könne den Opfern ihre Würde zurückgeben.

dpa/belga/km

Kommentar hinterlassen
Keine Kommentare
Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150