Online-Umfrage zu Geruchs-und Geschmacksstörungen bei Covid-19

Neben Husten und Fieber wird davon ausgegangen, dass Geruchs- und Geschmackssinn Symptome einer Covid-19-Infektion sind. Ein internationales Wissenschaftsteam hat jetzt Untersuchungen eingeleitet und eine weltweite Online-Umfrage zu Riech- und Schmeckstörungen im Zusammenhang mit Covid-19 zusammengestellt, um die Vermutung zu überprüfen.

© Bildagentur PantherMedia / Antonio Guillen Fernández

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Viele Covid-19-Patienten haben von Geruchs- und Geschmacksverlust berichtet. Kein seltenes Phänomen bei einer Virenerkrankung. „Allerdings fällt es den meisten Patienten gar nicht auf. Aber hier ist das anders, weil es beim Coronavirus vermutlich ganz plötzlich auftritt“, sagt Geruchs- und Geschmacksforscherin Kathrin Ohla vom Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin.

„Inzwischen zeigen erste Publikationen, dass das Symptom über 80% der Patienten betrifft. Wenn sich diese hohe Fallzahl bestätigt, unterscheidet das diesen Coronavirus von allen bisher untersuchten Viren“, so die Forscherin.

Mehr als 500 Forscher aus 38 Ländern haben sich nun der Untersuchung angeschlossen, um Informationen zu den kurz- und langfristigen Folgeschäden von Covid-19 zu sammeln. Die Daten erhalten die Wissenschaftler über Online-Umfragen, wo Leute systematisch über ihre Erfahrungen berichten.

Nicht nur Covid-19-Patienten werden befragt, sondern auch andere Menschen, die eine andere Atemweg-Erkrankung haben oder hatten. „Und die vielleicht auch selber den Verdacht Covid-19 haben“, erklärt die Wissenschaftlerin. „Wir werden genau abfragen, ob eine Diagnose besteht – und welche. So soll abgeglichen werden, wer hat eine Grippe, wer ist erkältet und wer wurde mit Covid-19 diagnostiziert.“

Die Ergebnisse können dabei helfen, auf künftige Pandemien besser vorbereitet zu sein. Denn der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn ist bei vielen früh aufgetreten, noch bevor andere Symptome hinzukamen. Auch bei anderen Viren könnte das also ein Frühsymptom sein. „Und so können wir beim nächsten Mal, wenn eine Viren-Epidemie auftritt, frühe Empfehlungen geben“, erklärt Kathrin Ohla vom Jülicher Institut.

dpa/js/rasch