Mann tötet einen Menschen mit Messer bei Paris – zwei Verletzte

Wohl wahllos geht ein Mann nahe Paris mit einem Messer auf Menschen los. Die Polizei verfolgt den Täter - doch für ein Opfer kommt jede Hilfe zu spät.

Bild: Christophe Archambault/AFP

Bild: Christophe Archambault/AFP

Bei einer Messerattacke nahe Paris ist mindestens ein Mensch getötet worden. Zwei weitere Opfer seien in ein Krankenhaus gebracht worden, sagte die zuständige Staatsanwältin Laure Beccuau am Freitagnachmittag in einem Pressestatement am Tatort. Auch der mutmaßliche Messerangreifer sei getötet worden. Der Mann habe zuvor versucht, noch weitere Menschen anzugreifen. Sie machte keine Angaben zum möglichen Motiv des Täters und zu dessen Identität.

Der Mann hatte kurz nach 14 Uhr in der Gemeinde Villejuif mehrere Menschen wahllos mit einem Messer angegriffen. Der Vorfall ereignete sich im Bereich eines größeren Parks. Villejuif befindet sich einige Kilometer südlich der Pariser Stadtmitte und gehört zu den Vororten der Hauptstadt.

Bei dem getöteten Opfer handele es sich um einen 56-jährigen Anwohner, sagte der Bürgermeister der Gemeinde, Franck Le Bohellec, dem Sender Franceinfo. Er habe versucht, seine Frau vor dem Angreifer zu schützen.

Staatsanwältin Beccuau sprach von einer „mörderischen Tour“ – dabei habe der Täter es auf noch weitere Menschen abgesehen, diese hätten allerdings ausweichen können. Ersten Auswertungen von Überwachungsvideos zufolge sei der Angreifer allein unterwegs gewesen, berichtete der Sender BFMTV. Er sei zunächst geflüchtet und dann von Polizisten in der Nähe eines Supermarktes erschossen worden.

Innenstaatssekretär Laurent Nuñez bedankte sich bei den Einsatzkräften für ihre schnelle Reaktion. Der Park Hautes Bruyères wurde zunächst von der Polizei komplett abgeriegelt. Medienberichten nach waren die Ermittler der Anti-Terrorstaatsanwaltschaft vor Ort und prüften den Fall. Die Ermittlungen lagen aber zunächst noch bei den der Staatsanwaltschaft von Créteil.

Der Angriff trifft Frankreich kurz vor dem fünften Jahrestag des Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“. Am 7. Januar 2015 wurden in der Redaktion und bei weiteren Attacken 17 Menschen getötet. Frankreich wird seit Jahren von einer islamistischen Terrorserie heimgesucht – mehr als 250 Menschen verloren ihr Leben. Die Terrorgefahr ist weiterhin groß.

dpa/est

6 Kommentare
  1. Damien Francois

    Dieser böse EinMann, wieder… Es wäre angebracht die Dinge beim Namen zu nennen, denn er hatte ein bestimmtes Buch bei sich, war ein Konvertit und schrie „Allahu akbar!“.

  2. Peter Schallenberg

    Herr Francois, jeder hat zwischen den Zeilen gelesen, was dort wirklich passiert ist! So dressiert sind wir schon!

    Man macht keine Angaben zum möglichen Motiv des Täters und zu dessen Identität. Man spricht von einer „mörderischen Tour“. Man bedankt sich bei den Einsatzkräften. Routine, Schadensbegrenzung. Abarbeitung.

    So geht die Bewältigung eines Problems, zu dem niemand ein Konzept hat/ haben darf, wo Fragen unerwünscht sind, wo links-grün-braune Ideologen sich hasserfüllt die Köpfe einschlagen, wo in die Mitte der Gesellschaft ein Keil getrieben und polarisiert wird.

  3. Marcel scholzen eimerscheid

    Die „political correctness“ verbietet die Nennung von Hautfarbe, Religion, Nationalitaet, etc. des Attentaeters. Es koennte die Gefahr einer Diskriminierung einer gesellschaftlichen Gruppe bestehen.

    Auf der homepage von „The Times of Israel“ lass ich einen Arikel in franzoesischer Sprache wonach es sich um einen 22jaehrigen Konvertiten handelt mit Namen Nathan C., der sich 2017 zum Islam bekehrte und der angeblich unter „troubles psychiatrique“ litt. Ein solches Attentat mit einer geistigen Erkrankung zu erklaeren, ist der uebliche Erklaeringsversuch in den westlichen „aufgeklaerten“ Staaten. Man will nicht wahrhaben, dass selbst in der heutigen Zeit noch Menschen gibt, die aus religioeser Ueberzeugung handeln. Eine Krankheit passt besser in unsere Denkschablone wie eine religioese Ueberzeigung.

  4. Maria van Straelen

    Hautfarbe, Religion und Nationalität machen also einen Verbrecherus? Hm, hätte man verdeutlichen sollen, dass sowohl Dutroux als auch sein Umfeld und im übrigen tausende seiner Kunden (die nie beschuldigt wurden) weiß, belgisch und katholisch sind ? Damals sprach man in Deutschland bereits von einem Kinderschänderland, wenn man Belgien meinte. Sobald wir eine Gruppe identifizieren, die außerhalb unserer eigenen ist, kann man sich so gut abgrenzen. Das fängt schon bei Banalitäten wie einem anderen Fahrstil im Verkehr an. Oder wie oft bekam ich z.B. in Flandern die Frage: macht man das so in Deutschland? wenn irgend einer was ungewöhnliches gemacht hatte.. ganz abgesehen davon, dass auch alle nach 1945 geborenen Nazis sein mussten. Wie viele Weisse Christen haben in den USA gemordet ? Die Zahl der Amok-Toten überschreitet alle anderen Delikte, man könnte noch viele Beispiele nennen

  5. Damien Francois

    Motiv? Religion. Tötet die Ungläubigen, die Kafir. Ganz einfach. Lesen Sie den Kommentar der Frau van Straelen, Herr Schallenberg. Oder denken sie an die permanenten Moralpredigten der Moralwächter hier oder auch im GE. Sie kennen sie, ich brauche keine Namen nennen…

  6. Alexander Hezel

    In der Einschätzung, dass Religion als unanfechtbarer Wahrheitsanspruch zu terroristischen Akten führen kann, sind wir uns einig Herr François – sind sie deshalb jetzt auch ein „Moralwächter“?