Lebenslänglich für Karadzic bestätigt

Mehr als 20 Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica hat das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag am Mittwoch das entscheidende Urteil im Prozess gegen Ex-Serbenführer Radovan Karadzic verkündet und das erstinstanzliche Urteil zu lebenslanger Haft bestätigt.

Radovan Karadzic am 20. März in Den Haag (Bild: Peter Dejong/Pool/AFP)

Radovan Karadzic am 20. März in Den Haag (Bild: Peter Dejong/Pool/AFP)

Der heute 73-Jährige war 2016 für tausendfachen Mord, Verfolgung und Zwangsvertreibungen von bosnischen Muslimen verurteilt worden. Der frühere Psychiater gilt als politisch Hauptverantwortlicher für den Völkermord von Srebrenica.

Im Balkan-Krieg hatten serbische Einheiten unter General Mladic im Sommer 1995 die UN-Schutzzone überrannt und dann etwa 8.000 muslimische Männer und Jungen ermordet.

dpa/rkr

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Ein Kommentar
  1. Marcel scholzen Eimerscheid

    Frieden wird es nie auf dem Balkan geben. Wird immer ein Pulverfass bleiben. Man kann schon froh sein, wenn es keine Gewalt zwischen den drei Religionen gibt (Von Volksgruppen kann man nicht sprechen, da Bosniaken, Serben und Kroaten die gleiche Sprache sprechen und sich „nur“ durch die Religion unterscheiden). Trotz des Dayton-Friedensabkommen, das zwar die Kaempfe beendet hat, sind Misstrauen und Spannungen geblieben, die nun auf die naechste Generation uebertragen werden. Und Bosnien-Herzegowina kann man nicht als Staat im gewoehnlichen Sinne bezeichnen, sondern eher als ein internationales Protektorat mit der kompliziertesten und kostspieligsten Staatsstruktur Europas. In der geteilten Stadt Mostar, sind Spannungen und Provokationen zwischen den katholischen Kroaten und den moslemischen Bosniaken an der Tagesordnung. Erschwerend hinzu kommt der wachsende arabische Einfluss (Golfaraber kaufen guenstig Immobilien), der den relativ liberalen Islam Bosniens konservativ beeinflusst.Daher trauern viele der Zeit Marschall Tito nach, der die Konflikte untetdrueckte.

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