Papst trifft Missbrauchsopfer auf schwieriger Irland-Reise

Papst Franziskus hat in Dublin acht Iren getroffen, die als Kinder durch Priester missbraucht wurden. Das Treffen dauerte anderthalb Stunden. Details wurden nicht bekannt.

Papst Franziskus in Dublin

Papst Franziskus (Archivbild: Tiziana Fabi/AFP)

An dem Treffen nahm auch eine Frau teil, die vom Papst in eine Kinderschutzkommission berufen worden war. Sie hatte das Gremium aber aus Frustration wieder verlassen. Auch diesmal kritisierte die Frau den Papst. Seine Ansprache zum Thema Missbrauch nannte sie „enttäuschend“.

Am zweiten Tag seiner Irland-Reise hat Papst Franziskus das Marienheiligtum in Knock im Westen des Landes besucht. Es gilt als einer der wichtigsten Wallfahrtsorte in Europa.

Beim Besuch des Marienheiligtums hat Papst Franziskus um Vergebung für den sexuellen Missbrauch an Kindern durch katholische Geistliche gebeten. Er nannte die Taten einen Verrat, der die Kirche herausfordere, fest und entschlossen die Wahrheit und die Gerechtigkeit zu suchen. Bereits am Samstag hatte der Papst in einer Rede in Dublin den Missbrauch durch Kirchenvertreter und dessen Vertuschung verurteilt.

Am Sonntagnachmittag kehrt das Kirchenoberhaupt nach Dublin zurück. Dort werden 500.000 Menschen zur Abschlussmesse des Weltfamilientages erwartet. Kritiker haben zum Boykott aufgerufen.

Die Papst-Reise nach Irland wird vom Thema Missbrauch überschattet. Katholische Geistliche hatten über Jahre Frauen und Kinder missbraucht und misshandelt. Seit 2002 haben mehr als 14.000 Menschen Entschädigung beantragt.

dpa/vrt/jp/br/rkr

Ein Kommentar
  1. Marcel Scholzen Eimerscheid

    Ueber das Grundproblem, den Pflichtzoelibat, wird nicht gesprochen. Solange dies sich nicht aendert, bleibt die katholische Kirche einfach nur unglaubwuerdig. Und aendern kann sich nur was mit politischem Druck von aussen.