Besuch in China: Trump fordert mehr Druck auf Nordkorea

In der Krise mit Nordkorea fordert US-Präsident Donald Trump von China, noch mehr Druck auf den störrischen Nachbarn auszuüben. Auch bei seinem Besuch in Südkorea hatte er deutliche Warnungen an den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un gerichtet.

Donald und Melania Trump mit Xi Jinping und Peng Liyuan in der verbotenen Stadt in Peking (Bild: Jim Watson/AFP)

Donald und Melania Trump mit Xi Jinping und Peng Liyuan in der verbotenen Stadt in Peking (Bild: Jim Watson/AFP)

Am Mittwoch traf Trump in Peking mit dem chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping zusammen. Der Konflikt über Nordkoreas Atomwaffen- und Raketenprogramm sowie Handelsstreitigkeiten standen im Mittelpunkt der Gespräche.

Damit Trump seinen ersten China-Besuch als US-Präsident daheim auch als Erfolg präsentieren kann, machte die chinesische Seite eine Reihe von Milliardengeschäften möglich. Chinesische und amerikanische Unternehmen unterzeichneten Abkommen mit einem Umfang von neun Milliarden US-Dollar. Weitere Vereinbarungen, die noch darüber noch hinausgehen sollen, sind am Donnerstag geplant, berichtete Chinas Vizepremier Wang Yang. Es sei nur ein «Aufwärmen» gewesen.

Zum Auftakt des Besuchs besichtigten Trump und Xi Jinping mit ihren Frauen, Melania Trump und Peng Liyuan, die Verbotene Stadt. Beim Teetrinken im Kaiserpalast zeigte der US-Präsident auf einem Tabletcomputer Videos seiner Chinesisch lernenden Enkelin Arabella Kushner, auf denen sie Lieder auf Chinesisch singt und alte chinesische Gedichte rezitiert.

Die chinesische Seite scheut keine Mühen, um Trump einen „Staatsbesuch-Plus“ zu bereiten, wie es hieß. Informierte Kreise berichteten, dass China zuvor auch massiv auf Nordkorea eingewirkt habe, die Visite nicht durch einen neuen Raketen- oder Atomtest zu torpedieren.

„Maximalen Druck“ ausüben

Trump will die Sanktionsschraube noch stärker anziehen und hofft auf Xi Jinpings weitere Unterstützung, um „maximalen Druck“ auf Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un auszuüben. China tue schon „sehr viel mehr als in der Vergangenheit“, sagte ein Beamter in Trumps Tross. Trotz der Resolutionen des Sicherheitsrates gebe es aber weiter Handelsaktivitäten über die Grenze zwischen China und Nordkorea sowie finanzielle Verbindungen, die es nicht mehr geben sollte. Es dürften keine Schlupflöcher erlaubt werden.

Die USA hielten die Tür für Verhandlungen allerdings offen. Dafür müsste Nordkorea „die Bedrohung reduzieren, Provokationen beenden und sich auf ernsthafte Schritte für eine letztendliche Denuklearisierung zubewegen“, nannte der Beamte die US-Bedingungen. Nordkorea stelle aber seinerseits Vorbedingungen und lehne es ab, über die Beseitigung der Atomwaffen zu sprechen. Darauf ließen sich die USA nicht ein.

Am Ende seiner Asienreise will Trump auch darüber entscheiden, ob Nordkorea wieder auf die Liste der Staaten aufgenommen wird, die Terrorismus unterstützen, berichtete seine Sprecherin auf dem Flug nach Peking. Damit drohen neue Sanktionen.

„Nordkorea ist eine Hölle“

In Seoul hatte Trump am Morgen in einer Rede vor der Nationalversammlung den nordkoreanischen Machthaber Kim Jiong Un gewarnt, die Warnungen der USA ernstzunehmen. „Ich hoffe, für alle freien Nationen zu sprechen und nicht nur für die USA, wenn ich sage – unterschätzt uns nicht. Fordert uns nicht heraus“, sagte Trump.

In seiner gut 30-minütigen Ansprache zeichnete der Präsident einen scharfen Kontrast zwischen einem freien, prosperierenden Südkorea und einem völlig verkommenen, am Boden liegenden Norden. „Nordkorea ist ein Land, das wie eine Sekte regiert wird.“ Nordkorea sei eine Hölle, die kein Mensch verdiene.

Wenige Stunden zuvor war Trump wegen schlechten Wetters mit dem Versuch gescheitert, unangekündigt in die demilitarisierte Zone (DMZ) zwischen Süd- und Nordkorea zu fliegen. Nach Angaben seiner Sprecherin war Trump nur fünf Minuten von der Pufferzone entfernt gewesen, bevor dichter Nebel die Hubschrauber zum Umkehren gezwungen habe.

dpa/jp/km

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