Anschlag in Manchester: Polizei informiert über aktuellen Ermittlungsstand

Drei Tage nach dem Attentat mit 22 Toten und vielen Verletzten hat die britische Polizei über den Stand der Ermittlungen informiert. Demnach wurde bei Durchsuchungen verdächtiges Material entdeckt.

Britische Soldaten und Polizisten in den Straßen von London

Nach US-Medien-Informationen wurde in der Wohnung des 22-jährigen Attentäters Abedi eine Art Bombenwerkstatt gefunden. Mit den Chemikalien hätten noch weitere Bomben gebaut werden können, hieß es. Auch an anderen Orten konnten die Ermittler explosives Material sicher stellen. Dabei soll es auch zu einer kontrollierten Detonation gekommen sein.

Die britische Regierung geht davon aus, dass Abedi Teil eines Netzwerks war. Ermittler untersuchen weiter das Umfeld des 22-jährigen Attentäters. Vier Tage vor der Explosion sei er von Düsseldorf nach Manchester geflogen, hieß es. Allerdings soll er sich nur im Transit- und Sicherheitsbereich des Airports aufgehalten und keinen weiteren Kontakt zu Personen in Deutschland gehabt haben.

Bisher wurden acht Verdächtige in Großbritannien festgesetzt. Darüber hinaus wurde in Libyen Haftbefehl gegen einen von Abedis Brüdern und seinen Vater erlassen.

May will Trump auf undichte Stellen ansprechen

Die britische Premierministerin Theresa May will US-Präsident Donald Trump persönlich auf die Veröffentlichung von Bildern des Anschlagsorts in Manchester durch US-Medien ansprechen. Sie werde noch am Donnerstag am Rande des Nato-Gipfels in Brüssel mit Trump reden, sagte sie nach einer Krisensitzung ihres Kabinetts.

Die britische Polizei geht davon aus, dass der US-Geheimdienst ermittlungstechnische Aufnahmen vom Tatort in der Manchester Arena sowie den Namen des Attentäters der „New York Times“ zugespielt hat. Die Fotos zeigen angeblich einen Zünder sowie einen blauen Rucksack, in dem sich die Bombe befunden haben könnte.

Die nationale britische Antiterrorpolizei erklärte, die Weitergabe solcher Informationen behinderten die Ermittlungen.

dpa/mh - Illustrationsbild: Justin Tallis/AFP