Druck auf die Automobilindustrie wächst

Einige der modernsten Diesel-Pkw stoßen laut einer Analyse des Forscherverbunds ICCT mehr als doppelt so viel giftige Stickoxide aus wie neue Lastwagen oder Busse.

Illustrationsbild: Oliver Weiken/EPA

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Pkw werden offiziell im Labor untersucht – oft mit speziellen Prototypen. „Dahingegen sind für die Ermittlung der Emissionen von Lkw und Bussen schon seit 2013 mobile Messgeräte vorgeschrieben, so dass zufällig ausgewählte Fahrzeuge unter realen Fahrbedingungen vermessen werden können“, erklärte der Europa-Chef des ICCT-Verbundes. Solche Tests auf der Straße sollen in der EU ab September auch für Pkw schrittweise kommen.

Stickoxide (NOx) stellen eine direkte Bedrohung für die Gesundheit dar, im Gegensatz zum Treibhausgas CO2, das besonders schädlich für das Klima ist. Für den CO2-Ausstoß ist ein anderes Testverfahren in Planung.

Auslöser der Reformen war der VW-Betrugsskandal in den USA. Die USA hatten dem gesundheitsgefährdenden Stickoxid bereits 1990 den Kampf angesagt, im Rahmen des Luftreinhaltegesetzes. In Europa hatte man von strikterer Regulierung abgesehen, auch um die europäisch dominierte Dieseltechnik zu fördern.

In Europa wurde dagegen vielmehr die Erderwärmung als ernsthaftes Problem wahrgenommen, daher der Fokus auf das Treibhausgas Kohlendioxid.

dpa/fs - Illustrationsbild: Oliver Weiken/EPA