Zusammenarbeit zwischen Nato und EU wird konkret

Die Nato will nach monatelangen Beratungen rund 40 Gemeinschaftsprojekte mit der EU beschließen. Mit der Zusammenarbeit bei Marineeinsätzen oder bei der Cyberabwehr solle auf das veränderte Sicherheitsumfeld und neue Herausforderungen reagiert werden, erklärte Generalsekretär Jens Stoltenberg am Montag in Brüssel.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg (Archivbild: John Thys/AFP)

Er gehe davon aus, dass die Außenminister der Bündnisstaaten den Plänen an diesem Dienstag bei einem Treffen zustimmen. Neben einer Kooperation bei der Unterstützung von Krisenländern sind zum Beispiel gemeinsame Übungen und eine enge Abstimmung bei Strategien gegen Cyberangriffe geplant. Die Nato und die EU fürchten, dass ein mangelhafter Schutz Stromnetze oder ganze Bankensysteme lahmlegen könnte.

Bereits ausgemacht ist, dass die Nato künftig Versorgungs- und Aufklärungskapazitäten für den wegen der Flüchtlingskrise gestarteten EU-Marineeinsatz „Sophia“ zur Verfügung stellt. Die Unterstützung wird über die jüngst gestartete Nato-Operation „Sea Guardian“ (Meereswächter) geleistet.

„Sophia“ wurde im vergangenen Jahr im Mittelmeer als Einsatz gegen Schleuserkriminalität gestartet, hat mittlerweile aber auch die Erlaubnis zur Bekämpfung des Waffenschmuggels in Richtung Libyen. Zudem beinhaltet das Mandat ein Ausbildungsprogramm für libysche Küstenschutzkräfte.

dpa/rkr - Archivbild: John Thys/AFP