Nach Angriff auf französische Kirche: Einer der Täter identifiziert

Nach dem Angriff auf eine Kirche in der Normandie ist einer der Angreifer identifiziert worden. Er stand bereits in einem laufenden Ermittlungsverfahren wegen Terrorverdachts und trug eine elektronische Fußfessel. Der 19-Jährige hatte im letzten Jahr zweimal versucht, nach Syrien zu reisen.

Sicherheitskräfte vor dem Rathaus von Rouen (26.7.)

Polizei vor dem Rathaus von Rouen (26.7.)

Die Identifizierung des zweiten Täters ist noch nicht abgeschlossen. Ein Jugendlicher, der nach dem Anschlag auf die Kirche in Polizeigewahrsam genommen wurde, hat nach Angaben des französischen Innenministers wohl nichts mit dem Angriff zu tun. Innenminister Bernard Cazeneuve sagte im Radiosender „Europe 1“, dabei wolle er aber vorsichtig sein. In den kommenden Stunden wisse man mehr. Der in Algerien geborene 16-Jährige war am Dienstag festgenommen worden. Er soll der jüngere Bruder einer Person sein, die mit internationalem Haftbefehl gesucht wird.

Die beiden mutmaßliche Terroristen waren am Dienstag während der Morgenmesse in eine Kirche in Saint-Étienne-du-Rouvray in der Normandie eingedrungen und hatten Geiseln genommen. Sie verwundeten einen 86 Jahre alten Priester mit dem Messer tödlich an Hals und Brustkorb, ein Gemeindemitglied wurde schwer verletzt. Die Täter wurden beim Verlassen der Kirche von Sicherheitskräften erschossen.

Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Nach Angaben von Staatsanwalt François Molins hatten die Angreifer Sprengstoffattrappen, Messer und eine Pistole bei sich.

Ziel der Angreifer war nach Ansicht von Premierminister Manuel Valls, Franzosen gegeneinander aufzuhetzen und einen „Krieg der Religionen zu provozieren“. Er rief seine Mitbürger auf, zusammenzustehen. Valls sagte, die Antwort Frankreichs sei die Demokratie.

Auch Präsident François Hollande erklärte, was diese Terroristen wollen, sei Frankreich zu spalten. Für Mittwochmorgen hat der Staatschef Vertreter der Religionsgemeinschaften in den Elysée-Palast geladen. Anschließend berät er mit seinem Sicherheitskabinett über die Lage, danach folgt eine Kabinettssitzung.

dpa/rtbf/dlf/est - Bild: Charly Triballeau/AFP

Kommentar hinterlassen
3 Kommentare
  1. Jens Nitzschke

    Und für solche Monster müssen wir, die Opfer, auch noch bezahlen! Jeder, der die Flut fordet/fördert – Politiker, Gutmenschen, Monster – ist wohl nicht ganz dicht im Kopf…

  2. Marcel Scholzen

    Den ermordeten Priester kann man durchaus als Märtyrer bezeichnen.

    Schon mal gut, dass die Terroristen sofort erschossen wurden. Deren Inhaftierung und Gerichtsprozess hätten nur unnötig Steuergelder gekostet. Bei

  3. Jean-Pierre DRESCHER

    In der BRD müssen sich solche Monster keine Sorgen machen, dass die kastrierte Polizei schießen könnte. Gefährlich wirds höchstens, wenn ein BMW-Fahrer mit den Opfern sympathisiert und das Monster einfach überfährt, wie in Reutlingen der Fall.

    Wie man sieht, machen jedoch die Regierungen außerhalb der BRD nicht mit bei Merkels Willkommenspolitik.

Kommentar hinterlassen

Ihre Email-Adresse wird niemals veröffentlicht!
Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien zu Kommentaren.

Restl. Anzahl Wörter: 150