Im Kampf gegen Geldwäsche und organisierte Kriminalität greifen belgische Kommunen zu drastischen neuen Maßnahmen. Als erste Stadt des Landes lässt Lüttich in dieser Woche ein Mobilfunkgeschäft dauerhaft schließen, das im Verdacht steht, als Fassade für illegale Geschäfte genutzt zu werden. Dies gaben die städtischen Behörden bekannt.
Grundlage für das harte Durchgreifen ist ein Gesetz, das den Bürgermeistern weitreichende Befugnisse für sogenannte "Integritätsprüfungen" einräumt - ein Bereich, der bislang primär der Justiz vorbehalten war. Mithilfe eines neuen Softwareprogramms der föderalen Kriminalpolizei werden Daten von Unternehmen systematisch gescannt.
Weitere Großstädte wie Brüssel, Charleroi und Namur bereiten ähnliche Maßnahmen vor. Laut dem Lütticher Bürgermeister Willy Demeyer geht es darum, die Kontrolle über die Stadtviertel zu behalten und die Unterwanderung der lokalen Wirtschaft zu stoppen. "Die Gesellschaft muss sich gegen Mafiastrukturen wehren", so Demeyer.
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