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Europa League: Union Saint-Gilloise siegt im Geisterspiel gegen Hapoel Beer Sheva

22.10.202620:42
  • Europa League
Bild: Virginie Lefour/Belga

Union Saint-Gilloise bleibt in der Europa League ungeschlagen. Der Vizemeister gewann sein aus Sicherheitsgründen nach Düsseldorf verlegtes Geisterspiel gegen Hapoel Beer Sheva aus Israel mit 4:0.

Es war wohl eines der außergewöhnlichsten Heimspiele in der Vereinsgeschichte von Union Saint-Gilloise. Weder der heimische Dudenpark noch die europäische Ausweichspielstätte "Den Dreef" in Löwen waren Schauplatz der Begegnung gegen Hapoel Beer Sheva. Aufgrund von Sicherheitsbedenken in Löwen und weil sich kein anderer geeigneter Austragungsort in Belgien finden ließ, wurde die Partie in die Merkur Spiel-Arena nach Düsseldorf verlegt. Dort fand das Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

In der menschenleeren Arena gehörte die erste gefährliche Aktion den Gästen aus Israel. Bereits in der 3. Minute musste Union-Keeper Koffi bei einer Doppelchance gleich zweimal eingreifen, um einen frühen Rückstand zu verhindern.

Union fand zunächst nur schwer in die Begegnung. In der 12. Minute sorgte Patris für den ersten nennenswerten Abschluss der Belgier. Sein Schuss konnte vom israelischen Schlussmann allerdings weggefaustet werden.

Wenig später folgte der erste Rückschlag für die Mannschaft von David Hubert. Stürmer Mateo Biondic verletzte sich ohne gegnerische Einwirkung und musste auf einer Trage vom Platz gebracht werden. Für ihn kam Raul Florucz in die Partie. In der 21. Minute versuchte es Sylla mit einem Kopfball, setzte diesen jedoch über das Tor der Gäste.

Kurz darauf wurde es erneut unangenehm für Union. Niv Yehoshua ging mit einem rüden Foul gegen Darius Olaru zu Werke. Der Schiedsrichter beließ es bei der Gelben Karte – eine durchaus fragwürdige Entscheidung, denn auch ein Platzverweis wäre hier angebracht gewesen. Für Olaru ging es jedenfalls nicht weiter. David Hubert war gezwungen, bereits zum zweiten Mal zu wechseln. Noch keine halbe Stunde war gespielt, da hatte Union bereits zwei verletzungsbedingte Ausfälle zu beklagen.

Bild: Virginie Lefour/Belga

Doch die Belgier ließen sich von diesen Rückschlägen nicht aus dem Konzept bringen und fanden auf dem Rasen die passende Antwort. In der 33. Minute nahm der eingewechselte Florucz den Ball direkt, setzte seinen Abschluss jedoch knapp über das Gehäuse der Gäste. Vier Minuten später hatte Union allerdings Glück. Zlatanovic zog aus spitzem Winkel ab und traf nur den rechten Pfosten. Koffi wäre bei diesem Versuch wohl machtlos gewesen.

Kurz vor dem Gang in die Kabinen wurde Florucz im israelischen Strafraum von den Beinen geholt. Der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt. Der Gefoulte übernahm selbst die Verantwortung und verwandelte den fälligen Strafstoß souverän zur 1:0-Führung. Es ertönte "Vamos a la playa", die Torhymne der Union, in der menschenleeren Düsseldorfer Arena.

Nach dem Seitenwechsel blieb die Partie zunächst spannend. Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, musste Union-Schlussmann Koffi bereits wieder eingreifen und seine Mannschaft vor dem Ausgleich bewahren.

Danach übernahm der Vizemeister jedoch erneut das Kommando. Van den Perre versuchte es mit einem wuchtigen Distanzschuss aus der zweiten Reihe, doch der israelische Keeper war auf dem Posten und konnte den Ball parieren.

In der 58. Minute hatten die Gäste aus Israel Glück, dass sie weiterhin mit elf Spielern auf dem Platz standen. Hapoel-Akteur Vitor stoppte einen Lupfer von Lofokeng mit der Hand und verhinderte damit, dass der Union-Spieler frei durchbrechen konnte. Der Schiedsrichter beließ es bei der Gelben Karte. Eine durchaus großzügige Entscheidung, denn auch ein Platzverweis wäre hier vertretbar gewesen.

Nur wenig später machte Union einen großen Schritt in Richtung Vorentscheidung. Nach einer Stunde zog Guilherme ab, sein Schuss wurde von Rotmans unglücklich ins eigene Tor abgefälscht. Das 2:0 für die Belgier. Doch damit noch nicht genug. Eine knappe Viertelstunde vor Schluss setzte Dylan Aquino gut nach und traf zum 3:0. Spätestens jetzt hatte die Partie nur noch Testspielcharakter. Guilherme reihte sich auch noch in Unions Torschützenliste ein. 4:0 der Endstand

Union Saint-Gilloise bleibt damit auch nach dem dritten Spiel in dieser Europa-League-Saison ungeschlagen. Mit dem zweiten Sieg im dritten Spiel unterstreichen die Belgier ihren gelungenen Start in den europäischen Wettbewerb.

Am nächsten Spieltag geht es für den Vizemeister nach Spanien zu Celta de Vigo.

Christophe Ramjoie

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