Die Messlatte liegt hoch: Gleich bei seiner Premiere lockte der Schönefeld Trail im vergangenen Jahr 453 Teilnehmer an den Start und übertraf damit sämtliche Erwartungen der Organisatoren. Am 25. Oktober geht die Veranstaltung nun in ihre zweite Runde. Und die verspricht nicht nur sportlich einiges. Mit neuen Angeboten, zusätzlichen Herausforderungen und einem stärkeren Fokus auf das gesellige Miteinander wollen die Verantwortlichen um Initiatorin Astrid Vliegen den Erfolg der Erstauflage bestätigen.
Dabei hat die Natur selbst für eine unerwartete Streckenverschärfung gesorgt. Auf der längeren Distanz stellen umgestürzte Bäume die Teilnehmer vor zusätzliche Hindernisse. "Streckentechnisch haben wir dieses Jahr auf der längeren Strecke tatsächlich ungewollt ein paar Hindernisse eingebaut", erklärt Vliegen schmunzelnd. Damit ist auf den ohnehin abwechslungsreichen Waldpassagen stellenweise zusätzliche Geschicklichkeit gefragt.
Die wohl bedeutendste Neuerung betrifft allerdings das Teilnehmerfeld. Erstmals dürfen auch Wanderer auf sämtlichen angebotenen Strecken an den Start gehen. Sie werden etwas früher auf die Reise geschickt, damit sich Läufer und Wanderer möglichst zeitgleich auf den Strecken befinden und gleichermaßen von den Verpflegungsstationen profitieren können. Auch im Zielbereich sollen alle gemeinsam auf ihre Kosten kommen.
Damit tragen die Veranstalter dem wachsenden Interesse am naturnahen Ausdauersport Rechnung. Denn längst geht es beim Trailrunning nicht ausschließlich um Bestzeiten, Platzierungen und sportliche Höchstleistungen. Vielmehr stehen das unmittelbare Naturerlebnis und die Freude an der Bewegung im Mittelpunkt. Gerade die herbstliche Kulisse verleiht dem Schönefeld Trail seinen besonderen Charakter. "Das Besondere ist vor allem unsere Natur, die wir hier haben, mit der schönen Herbstlandschaft und den Laubbäumen", schwärmt Vliegen.
Doch nicht nur die Aktiven sollen am 25. Oktober auf ihre Kosten kommen. Auch abseits der Laufstrecken wird einiges geboten. Mit Kinderanimation, Kinderschminken und verschiedenen Spielen soll der Schönefeld Trail zu einem sportlichen Familienfest werden. Während die Erwachsenen ihre Kilometer absolvieren, ist für die Unterhaltung des Nachwuchses gesorgt. Wer selbst erste Lauferfahrungen sammeln möchte, kann beim Kinderlauf an den Start gehen.
Hinter der sportlichen Großveranstaltung steckt allerdings ein organisatorischer Kraftakt. Rund 50 Personen sind laut Vliegen bereits im Vorfeld in die Vorbereitungen eingebunden. Streckenkontrollen, Ausschilderung, Genehmigungen, Anmeldungen und Öffentlichkeitsarbeit gehören ebenso dazu wie die Koordination der zahlreichen Helfer. "Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich selber auch sehr überrascht bin, wie aufwendig das Ganze ist", räumt die Initiatorin ein.
Am Veranstaltungstag selbst werden rund 45 Helfer im Einsatz stehen. Unterstützt von Polizei, Jugendgruppen und weiteren freiwilligen Kräften kümmern sie sich um die Streckensicherung, die Parkplatzeinweisung und die Versorgung der Teilnehmer. Hinzu kommen zahlreiche Helfer an den Verpflegungsständen und im Zielbereich. Ein enormer personeller Aufwand, der notwendig ist, um den Sportlern einen möglichst reibungslosen und sicheren Ablauf zu garantieren.
Eine weitere Stellschraube haben die Organisatoren beim Veranstaltungstermin gedreht. Im vergangenen Jahr hatten viele Teilnehmer das Gelände nach ihrem Zieleinlauf relativ schnell verlassen, da zeitgleich eine weitere Veranstaltung auf dem Programm stand. Diesmal soll der Schönefeld Trail auch nach dem sportlichen Teil noch länger für Betrieb sorgen. Die Veranstalter hoffen, dass Läufer, Wanderer und Zuschauer die Gelegenheit nutzen, bei Speis und Trank gemeinsam auf ihre Leistungen zurückzublicken und die Atmosphäre im Zielbereich zu genießen.
Bleibt die Frage, ob sich der Premierenerfolg mit 453 Teilnehmern wiederholen lässt. Vliegen gibt sich diesbezüglich gelassen. "Wir hatten natürlich ein Luxusproblem mit 453 Teilnehmern bei der Erstauflage. Damit hatten wir gar nicht gerechnet", erinnert sie sich. Eine ähnliche Beteiligung wäre für die Organisatoren bereits ein voller Erfolg. Doch die reine Teilnehmerzahl ist für die Initiatorin ohnehin zweitrangig. "Vor allem liegt unser Fokus darauf, dass wir Menschen in Bewegung bringen. Da ist die Anzahl der Teilnehmer unterm Strich eigentlich egal. Es geht um die gute Sache, die Bewegung und darum, dass die Leute Spaß haben an dem Tag."
Auch Kurzentschlossene können sich noch an die Herausforderung heranwagen. Wer bislang nur wenig trainiert hat, sollte sich laut Vliegen mit einer Kombination aus Lauf- und Wandereinheiten vorbereiten. Besonders wichtig sei die richtige Ausrüstung. Wurzeln, unebene Waldwege und herabgefallenes Laub verlangen nach geeignetem Schuhwerk und entsprechender Trittsicherheit.
Ohnehin empfiehlt die Initiatorin, den Schönefeld Trail nicht ausschließlich unter Wettkampfgesichtspunkten anzugehen. "Es geht sicher nicht unbedingt um eine neue Bestzeit, sondern um das Erlebnis und gegebenenfalls den Finisher-Moment", unterstreicht sie. Fotografen entlang der Strecke sollen auch diesmal besondere Momente festhalten und den Teilnehmern eine bleibende Erinnerung ermöglichen.
Die Einstiegshürde bleibt bewusst niedrig. "Egal, wie der Trainingsstand ist, die Strecken sind sehr gut zu meistern. Ich glaube, da kann sich jeder heranwagen, der sonst nicht unbedingt der große Laufprofi ist", macht Vliegen auch weniger erfahrenen Sportlern Mut.
Der Schönefeld Trail ist damit bereit für seine zweite Auflage. Ob ambitionierter Trailrunner auf der Jagd nach einer schnellen Zeit, Freizeitläufer oder Wanderer mit Freude an der herbstlichen Natur: Am 25. Oktober sollen möglichst viele Bewegungsbegeisterte den Weg an die Startlinie finden. Und wenn es nach Astrid Vliegen geht, wird der sportliche Erfolg diesmal nicht nur auf den Waldwegen gefeiert, sondern anschließend auch gemeinsam im Zielbereich.
Radio-Interview mit Astrid Vliegen im Player:
Christophe Ramjoie