Für Mia, die erfahrenste und sportlich ambitionierteste der drei, war die WM trotz des knapp verpassten Finaleinzugs vor allem ein positives Erlebnis. Sechs Schläge fehlten ihr am Ende für die Finalrunde. Besonders der Start verlief nicht nach Wunsch. "Ich war unnormal nervös und weiß auch gar nicht wieso", erzählt Mia. Gerade an den Bahnen, an denen eigentlich konzentriertes und geradliniges Spiel gefragt war, habe der Kopf nicht mehr richtig mitgemacht. "Ich hatte dann nur so große Fehler drin und hab da einfach zu viele Schläge verloren insgesamt."
Trotz des sportlichen Rückschlags nahm Mia viele positive Eindrücke aus Wanne-Eickel mit nach Hause. "Ich bin eigentlich noch positiv rausgegangen, obwohl mein Ergebnis nicht so gut war", sagt sie. Einen besonderen Stellenwert hatte dabei das Miteinander mit den anderen Teilnehmerinnen. In den vergangenen Jahren hat sie eine Freundschaft mit einer Schweizer Spielerin aufgebaut, die sie auch während der WM intensiv pflegte. Für Mia zeigte sich damit einmal mehr, dass eine Weltmeisterschaft weit mehr ist als nur der sportliche Wettkampf.
Für ihre Schwester Maike war die Teilnahme an der WM eine Premiere. Sie hatte sich ungefähr vorstellen können, was sie in Wanne-Eickel erwarten würde, und fühlte sich in dieser Einschätzung auch weitgehend bestätigt. Einige Dinge waren dann doch anders als gedacht. "Manche Dinge ein bisschen anders, weil ich das so nicht kannte, dass so eine Anrede oder so kam", erzählt sie. Mit ihrer eigenen Leistung war Maike allerdings zufrieden: "Vom Ergebnis war ich eigentlich ganz zufrieden. Ich hab mir das ungefähr so vorgestellt, wie ich gespielt hab."
Auch Mika Henquinet stand zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft auf dem Platz. Neben dem sportlichen Aspekt war für sie vor allem die gemeinsame Zeit ein wichtiger Bestandteil des Erlebnisses. "Eigentlich die Zeit, die wir miteinander verbracht haben, sei es während dem Minigolf oder abends zusammen im Appartement", erzählt Mika. "Im Großen und Ganzen war es echt eine schöne Zeit und halt die Freude, die man da hatte."
Während Mia den Druck einer Weltmeisterschaft deutlich spürte, ging Maike überraschend locker mit ihrer Premiere um. "Ich war eigentlich gar nicht so nervös", sagt sie. Nach den ersten beiden Runden habe sie sich die Situation im Kopf einfach wie ein normales Training vorgestellt: "Spiel einfach die Runden, gib dein Bestes." Dadurch sei die Nervosität schnell verschwunden.
Ob es die belgische Mädchenmannschaft in dieser Konstellation noch einmal geben wird, ist allerdings offen. "Mit der Mannschaft wird das nicht nochmal passieren, einfach auch, weil wir alle drei älter werden und alle drei auch andere Pläne haben", sagt Mia. Für sie stehen unter anderem Studium und Zukunftsplanung an. Ob sie deshalb noch einmal an einer Welt- oder Europameisterschaft teilnehmen wird, ist derzeit noch nicht entschieden.
Mika hat durch die WM zwar Lust auf internationale Erfahrungen bekommen, möchte Minigolf künftig aber eher als Hobby betreiben. "Es war eine superschöne Erfahrung", sagt sie. Gleichzeitig möchte sie noch viel von der Welt sehen. Den Minigolfsport will sie deshalb lieber ohne den großen Wettkampfdruck weitermachen: "Mir macht es eigentlich Spaß, weil man da den Druck nicht hat."
Radio-Interview mit Mika Henquinet, sowie Mia und Maike Mockel im Player:
Christophe Ramjoie