Die Ketteniser Fußballspielerin Kathy Hendrich, die als Profi in den USA kickt, glaubt nicht daran. Ihrer Einschätzung nach wird die Weltmeisterschaft keine grundlegende Wende auslösen. "Ich glaube nicht, dass sich die Sichtweise auf den Männerfußball nach dieser WM großartig verändern wird. Der Männerfußball ist in den USA einfach nicht so populär, und ich denke auch nicht, dass sich das wesentlich ändern wird", sagt Hendrich.
Dabei liege das keineswegs an der Attraktivität des Sports. Vielmehr sei die Konkurrenz durch andere Sportarten enorm. "Das Angebot an Sportveranstaltungen in Amerika ist praktisch unendlich. Das ganze Jahr über folgen die großen Sportereignisse Schlag auf Schlag", erklärt sie.
Auch das frühe Ausscheiden der US-Nationalmannschaft habe diesen Eindruck bestätigt. "Als die USA ausgeschieden sind, hatte ich das Gefühl, dass das relativ schnell hingenommen wurde. Natürlich waren die Fans zunächst enttäuscht, aber kurz darauf stand schon das nächste große Sportereignis im Mittelpunkt."
Aus diesem Grund rechnet Hendrich nicht damit, dass die WM den Stellenwert des Männerfußballs in den Vereinigten Staaten dauerhaft verändern wird. Fußball werde zwar weiter an Bedeutung gewinnen, die traditionellen amerikanischen Sportarten dürften jedoch auch in Zukunft die Spitzenpositionen im öffentlichen Interesse behaupten.
Radio-Interview mit Kathy Hendrich im Player:
Christophe Ramjoie