Die auffälligste Änderung betrifft den VAR. Bereits ab dem ersten Spieltag werden laufende Videoüberprüfungen auf den Stadionvideowänden angezeigt. Nach der ersten Länderspielpause sollen Schiedsrichter ihre Entscheidungen nach einer On-Field-Review zudem über die Stadionlautsprecher erläutern. Damit folgt Belgien dem internationalen Trend zu mehr Transparenz bei strittigen Entscheidungen.
Auch gegen Zeitspiel wollen die Verantwortlichen konsequenter vorgehen. Ausgewechselte Spieler müssen das Spielfeld künftig innerhalb von zehn Sekunden verlassen. Überschreiten sie diese Frist ohne verletzungsbedingten Grund, darf der Ersatzspieler erst bei der nächsten Spielunterbrechung - frühestens eine Minute nach Wiederaufnahme des Spiels - eingewechselt werden. Zudem kann der ausgewechselte Spieler verwarnt werden.
Eine weitere Neuerung betrifft verletzte Spieler. Wer auf dem Spielfeld behandelt wird, muss anschließend den Platz verlassen und darf erst eine Minute nach Wiederbeginn zurückkehren. Ausgenommen sind Situationen, in denen der Gegenspieler für das Foul mit einer Gelben oder Roten Karte bestraft wurde.
Erweitert werden auch die Eingriffsmöglichkeiten des VAR. Künftig darf der Videoschiedsrichter bei einer eindeutig falschen zweiten Gelben Karte, einer Verwechslung des verwarnten Spielers, einem offensichtlich zu Unrecht zugesprochenen Eckball sowie bei einem Foul unmittelbar vor der Ausführung eines Eckballs oder Freistoßes eingreifen.
Angepasst wurde zudem die Vorteilsregel. Erzielt eine Mannschaft nach einer vereitelten klaren Torchance (DOGSO) im gewährten Vorteil dennoch ein Tor, bleibt der fehlbare Spieler ohne persönliche Strafe. Ausgenommen sind gefährliche oder grobe Fouls.
Erlaubt sind künftig auch ungefährliche Accessoires wie Schmuck, sofern diese vollständig abgedeckt sind und keine Verletzungsgefahr darstellen.
Darüber hinaus präzisierte das PRD mehrere Regelauslegungen. Dazu gehören unter anderem der Umgang mit versehentlichen Doppeltreffern beim Strafstoß, die Auslegung des Eindringens in den Strafraum vor Elfmetern, die korrekte Ausführung von Abstößen sowie Handspiele nach einem Abstoß im eigenen Strafraum. Zudem wird das bloße Verdecken des Mundes beim Sprechen in Belgien weiterhin nicht automatisch sanktioniert. Erfolgt dies jedoch zur bewussten Verschleierung der Kommunikation, kann eine Gelbe Karte wegen unsportlichen Verhaltens folgen.
Mit den Änderungen will das PRD den Spielfluss verbessern, Zeitspiel wirksamer bekämpfen und die Nachvollziehbarkeit von Schiedsrichterentscheidungen weiter erhöhen. Sämtliche Schiedsrichter für die Saison 2026/27 haben nach Angaben des Verbandes ihre physischen und theoretischen Leistungstests erfolgreich bestanden.
Die neue Spielzeit der Jupiler Pro League beginnt am 7. August.
Christophe Ramjoie