Die erste Halbfinalpartie versprach im Vorfeld ein echtes Topduell: Frankreich gegen Spanien, Kylian Mbappé gegen Lamine Yamal. Doch auf dem Platz wurden die Erwartungen zunächst nicht erfüllt. Beide Teams starteten verhalten, leisteten sich zahlreiche Ballverluste und fanden nur schwer ins Spiel.
Nach rund 20 Minuten fiel schließlich die Entscheidung zugunsten Spaniens. Lamine Yamal setzte energisch nach einem hohen Ball nach, woraufhin Lucas Digne ihn im Strafraum unglücklich traf. Den fälligen Elfmeter verwandelte Mikel Oyarzabal souverän zur 1:0-Führung.
Frankreich fand anschließend kaum Mittel gegen die kompakte spanische Defensive. Die Offensivstars um Mbappé, Ousmane Dembélé, Michael Olise und Bradley Barcola blieben weitgehend wirkungslos. Bis zur Pause brachte die Équipe Tricolore keinen einzigen Schuss auf das spanische Tor.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild kaum. Spanien kontrollierte das Mittelfeld und ließ den Franzosen nur wenig Raum zur Entfaltung. In der 58. Minute sorgte Pedro Porro schließlich für die Vorentscheidung. Nach einem gelungenen Doppelpass mit Dani Olmo startete der Außenverteidiger durch und schloss eiskalt zum 2:0 ab.
Ein weiterer Treffer von Lamine Yamal wurde später wegen Abseits aberkannt, während Frankreich in der Schlussphase zwar mehr Druck entwickelte, jedoch weiterhin an der starken spanischen Abwehr scheiterte. Selbst Mbappé konnte dem Spiel keine Wende mehr geben und zeigte seine Frustration schließlich mit einem unnötigen Rempler gegen Spaniens Torhüter Unai Simón.
Mit dem verdienten 2:0-Erfolg zieht Spanien erstmals seit 16 Jahren wieder in ein WM-Finale ein. Dort trifft die Auswahl von Luis de la Fuente auf den Sieger der zweiten Halbfinalbegegnung zwischen Argentinien und England. Für Frankreich endet dagegen ein enttäuschender Abend, an dem die Offensive der "Bleus" weit hinter den Erwartungen zurückblieb.
Weltrekord ausgebaut: Spanien bleibt seit 38 Pflichtspielen ungeschlagen
Spanien hat seinen historischen Weltrekord weiter ausgebaut. Mit dem Sieg im WM-Halbfinale 2026 gegen Frankreich blieb die Mannschaft von Luis de la Fuente auch im 38. Pflichtspiel in Folge ungeschlagen - eine Serie, die es im internationalen Fußball zuvor noch nie gegeben hat.
Der spanische Fußballverband (RFEF) hatte bereits nach Spiel Nummer 37 von einer Mannschaft gesprochen, die "die Ewigkeit erobert". Nach dem Erfolg gegen Frankreich ist diese außergewöhnliche Rekordserie um ein weiteres Kapitel reicher. Gleichzeitig sicherte sich die Furia Roja zum zweiten Mal seit dem WM-Titel 2010 den Einzug in ein Weltmeisterschaftsfinale.
Ihren Anfang nahm die Serie am 15. Juni 2023 mit dem 2:1-Halbfinalsieg gegen Italien in der UEFA Nations League. Seitdem hat Spanien kein Pflichtspiel mehr verloren. Berücksichtigt werden ausschließlich Partien bei Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und der Nations League - jeweils inklusive der Qualifikationen. Freundschaftsspiele fließen nicht in die Statistik ein.
Die Bilanz nach nun 38 Pflichtspielen ist beeindruckend: 31 Siege, sieben Unentschieden, dazu eine herausragende Torbilanz und zahlreiche Erfolge gegen die stärksten Nationalmannschaften der Welt.
In diesen gut drei Jahren gewann Spanien die UEFA Nations League 2023, die Europameisterschaft 2024 und steht nun im Finale der Weltmeisterschaft 2026.
Mit dem Erfolg gegen Frankreich lebt nicht nur der Traum vom zweiten Weltmeistertitel nach 2010 weiter. Spanien hat gleichzeitig seinen eigenen Weltrekord auf 38 Pflichtspiele ohne Niederlage erhöht und könnte diesen im WM-Finale sogar noch weiter ausbauen.
Christophe Ramjoie