Es war ein Wochenende, das dem Reiterverein Bütgenbach und Umgebung sportlich einige Sorgen bereitete. Das traditionelle Springturnier lockte diesmal deutlich weniger Teilnehmer an als in den vergangenen Jahren. Für Vereinspräsident Sascha Heinen ist die Entwicklung enttäuschend: "Das ist schon sehr deprimierend. Aber wir müssen nach vorne schauen und gucken, dass wir das wieder irgendwie auf die Reihe bekommen".
Mit rund 190 Reiterinnen und Reitern erlebte das Turnier das schwächste Teilnehmerfeld in der Vereinsgeschichte. Eine einfache Erklärung dafür gibt es laut Heinen nicht. Mehrere Faktoren hätten eine Rolle gespielt. "Es ist die Rede von der Hitze, aber auch von Konkurrenzveranstaltungen. In Juprelle bei Lüttich findet ebenfalls ein Turnier statt, das bereits seit Donnerstag läuft. Viele Reiter entscheiden sich dann dafür, weil es für sie näher ist."
Auch die Attraktivität anderer Turnierplätze spiele eine Rolle. "Die Leute wollen einfach auch mal andere Plätze sehen. Das ist bei Regionalreitern normal", erklärt Heinen. Gleichzeitig betont er, dass der Verein in Bütgenbach viel für seine Teilnehmer biete. "Wenn die Leute kommen, bekommen sie eine Flasche Wasser, die Pferde können abgeduscht werden und es gibt einen Apfel für die Pferde. Wir bieten schon viele Dinge an."
Trotz dieser Bemühungen bleibt die Suche nach den Gründen für den Rückgang der Teilnehmerzahlen eine Herausforderung. Besonders enttäuschend sei für Heinen, dass weniger auswärtige regionale Reiter den Weg nach Bütgenbach finden. "Unsere eigenen Vereine sind gut vertreten. Wir haben bald 50 Reiter aus unseren Reihen am Start. Aber aus Richtung Lüttich kommen deutlich weniger Teilnehmer als früher. Das ist natürlich sehr deprimierend."
Um wieder mehr Reiterinnen und Reiter für die Turniere in Bütgenbach zu gewinnen, sieht der Präsident vor allem in einer besseren Zusammenarbeit und Förderung die Zukunft. "Wir müssen im Verein selbst noch mehr investieren – in Schüler und Reiter, die wir gezielt fördern können", sagt Heinen. Dabei setzt er auch auf eine engere Zusammenarbeit mit dem Ostbelgischen Reitverband (ORV). "Wir müssen gemeinsam ein Konzept entwickeln, damit wir unsere Reiter besser vorbereiten und ihnen den Weg bis zu den Turnieren erleichtern."

Trotz der schwierigen Situation gibt es auch positive Nachrichten aus den eigenen Reihen. Zwei junge Reiterinnen des Vereins haben sich für eine belgische Meisterschaft qualifiziert. Für Heinen sind solche Erfolge ein wichtiger Motivationsschub. "Das ist immer ein Lichtblick. Es ist etwas Schönes, wenn man seine eigenen Pferde wachsen sieht und dann erlebt, dass sie bei einer belgischen Meisterschaft teilnehmen dürfen. Das ist natürlich etwas ganz Tolles."
Der Reiterverein Bütgenbach steht damit vor einer Herausforderung, blickt aber weiter nach vorne. Die Teilnehmerzahlen sollen langfristig wieder steigen – mit mehr Nachwuchsförderung, Zusammenarbeit und einem klaren Konzept für die Zukunft des Reitsports in der Region.
Radio-Interview mit Sascha Heinen im Player:
Christophe Ramjoie

