Die Fußball-WM lockt viele Fans aus Europa nach Nordamerika. Einer von ihnen ist Jürgen Reinker. Der passionierte Fußballanhänger hat bereits seine sechste Weltmeisterschaft vor Ort erlebt - diesmal allerdings nicht als Begleiter einer bestimmten Nationalmannschaft, sondern als neutraler Beobachter verschiedener Spiele.
Seine Reise führte ihn nach Toronto, Dallas und Philadelphia. In Toronto war er beim Eröffnungsspiel Kanadas gegen Bosnien-Herzegowina dabei. In Dallas verfolgte er das 2:2 zwischen den Niederlanden und Japan sowie den 4:2-Erfolg Englands gegen Kroatien.
Letzteres sei bislang das beste Spiel des Turniers gewesen, sagt Reinker. "Das war ja sowas von unterhaltend. Beide Mannschaften spielten mit offenem Visier, das hat richtig Spaß gemacht." Zum Abschluss seines Aufenthalts besuchte er in Philadelphia den 3:0-Sieg Brasiliens gegen Haiti.
Positive Erfahrungen bei der Anreise
Die Anreise zu den Stadien verlief nach seinen Erfahrungen weitgehend problemlos. Gerade in den USA hatten viele Beobachter mit Verkehrschaos gerechnet. Reinker kennt die amerikanische Lebensweise gut, da Teile seiner Familie in der Nähe von Dallas leben.
Die Organisatoren hätten sich jedoch auf die zahlreichen internationalen Besucher eingestellt. "Man hat gedacht, dass viele Europäer anreisen. Deswegen hat man einen Shuttle-Service eingesetzt und das hat alles gut geklappt, weil auch die Züge quantitativ verstärkt wurden."
Weniger positiv fielen allerdings Berichte aus anderen Spielorten aus. Freunde berichteten ihm von langen Wartezeiten nach Spielen in Kansas City. Auch rund um das MetLife Stadium bei New York habe es organisatorische Probleme gegeben.
Wiedersehen mit Fans aus aller Welt
Besonders schätzt Reinker den internationalen Austausch unter Fußballfans. Seit 1988 hat er jede Europameisterschaft live besucht und gleich sechs Mal war er bei einer WM dabei. Über die Jahre entstanden zahlreiche Kontakte.
"Irgendwann ist man sich über den Weg gelaufen und hat Kontakte ausgetauscht und WhatsApp-Gruppen gegründet. Ich bin als einziger Deutschsprachiger in einer Gruppe drin, die nur aus Briten und Amerikanern besteht." Bei jedem Spiel habe es feste Treffpunkte gegeben, an denen sich die Fans vor oder nach den Partien austauschten.
Argentinien als Favorit
Auch wenn die Weltmeisterschaft noch jung ist, hat Reinker bereits einen Favoriten ausgemacht. "Ich sage voraus, dass eine südamerikanische Mannschaft gewinnen wird. Und wenn ich wetten würde, würde ich mein Geld auf Argentinien setzen."
Ob er mit seiner Prognose richtig liegt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Die restlichen Spiele wird Jürgen Reinker nun allerdings nicht mehr in Nordamerika verfolgen, sondern - wie viele andere Fußballfans auch - vor dem heimischen Fernseher.
Radio-Interview mit Jürgen Reinker im Player:
Robin Emonts