Die Ernennung kommt nicht überraschend. Bereits während seiner Zeit als Interimscoach hatte der 38-Jährige eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er einer Mannschaft auf höchstem Niveau seinen Stempel aufdrücken kann. In einer entscheidenden Saisonphase führte er die "Zebras" mit ruhiger Hand und klaren Vorstellungen durch turbulente Wochen. Nun erhält er die Chance, seine Ideen langfristig umzusetzen.
"Ich bin sehr glücklich und voller Energie", erklärte Kohnen nach seiner offiziellen Vorstellung. Hinter ihm liegen intensive Wochen, in denen er nicht nur sportlich überzeugen musste, sondern auch die Geduld aufbringen musste, während die Vereinsführung verschiedene Optionen prüfte. Charlerois Direktor Mehdi Bayat setzte dabei auf Transparenz und machte keinen Hehl daraus, dass der Verein nach mehreren Trainerwechseln in der vergangenen Saison eine nachhaltige Lösung suchte. Am Ende fiel die Wahl auf den Mann, der bereits im eigenen Haus bewiesen hatte, dass er das Vertrauen verdient.
Auf Kohnen wartet jedoch keine einfache Aufgabe. Charleroi steht vor einem Umbruch. Mehrere Leistungsträger könnten den Verein verlassen, gleichzeitig müssen neue Strukturen geschaffen werden. Der frisch ernannte Cheftrainer sieht darin jedoch nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance. Gemeinsam mit Head of Football Nicolas Frutos und einer renommierten Scouting-Abteilung soll der Traditionsverein weiterentwickelt werden. Hinzu kommt der bevorstehende Umzug in ein hochmodernes Leistungszentrum, das die sportlichen Rahmenbedingungen nachhaltig verbessern wird.
Der Weg des Ostbelgiers an die Spitze eines Erstligisten ist dabei alles andere als selbstverständlich. Ohne große Profikarriere als Spieler arbeitete sich Kohnen Schritt für Schritt nach oben. Über Stationen im Amateurfußball, bei der AS Eupen und als Assistent in verschiedenen Profivereinen entwickelte er sich zum Cheftrainer des RSC Charleroi. Wegbegleiter beschreiben ihn als akribisch, lernwillig und kompromisslos in seiner Zielstrebigkeit.
Trotz des erreichten Meilensteins denkt Kohnen nicht daran, sich zurückzulehnen. Wer ihn kennt, weiß, dass Stillstand nicht zu seinem Charakter gehört. Sein Fokus gilt vollständig dem Projekt in Charleroi. Dort möchte er eine Mannschaft formen, die mutigen Fußball spielt, junge Talente entwickelt und den Verein nachhaltig in der oberen Tabellenhälfte der belgischen Liga etabliert.
Ausführliches Radio-Interview mit Mario Kohnen im Player:
Christophe Ramjoie