Das hervorragende Ergebnis ordnet die St. Vitherin mit etwas Abstand selbstbewusst ein. Auf die Frage, ob sich der achte Platz bei der WM als "achtbeste Frau im Hyrox weltweit" gut anhört, sagt sie rückblickend: "Ja, hört sich sehr gut an. Hätte man mir das vor dem Rennen gesagt, hätte ich nein gesagt, aber jetzt im Nachhinein hört sich das gut an."
Dabei verlief ihr Rennen alles andere als konstant. Zwischenzeitlich lag sie sogar deutlich weiter hinten im Feld, kämpfte sich dann aber wieder nach vorne und war zeitweise sogar in Reichweite der Top fünf. "Ich war zeitweise auch Letzte, also Vierzehnte oder Fünfzehnte. Und dann hab ich mir gedacht: Ich hol jetzt so viel wie möglich auf", beschreibt sie ihren Rennverlauf. Als die Chance auf die Top fünf greifbar wurde, entschied sie sich bewusst für ein Risiko: "Dann hab ich halt riskiert – und dann ist es am Ende ein bisschen nach hinten losgegangen."
Trotzdem überwiegt für sie nicht die Enttäuschung, sondern die Einordnung der Leistung. Ob Platz sechs oder acht spiele für sie letztlich keine große Rolle. Viel wichtiger sei der Lernprozess in ihrem WM-Debüt gewesen, das sie als "einzigartig" beschreibt: "Das war ein so cooles Stadion, Hyrox übertrifft sich da jedes Mal. Das kann man sich gar nicht vorstellen – riesiges Stadion, voll, top organisiert."
Nach der intensiven Saison steht für sie nun erst mal Erholung im Vordergrund. "Ich genieße es jetzt. Ich will erst mal ein paar Wochen gar nichts von Hyrox hören“, sagt Putters offen. Gleichzeitig blickt sie bereits auf ihre sportliche Zukunft, die sich strukturell verändern soll: Durch neue Verträge und bessere Rahmenbedingungen kann sie den Sport künftig zumindest teilweise professioneller betreiben.
Diese Entwicklung sieht sie als wichtigen Schritt: Mehr Zeit für Training, bessere Regeneration und weniger Verletzungen sollen den nächsten Leistungssprung ermöglichen. "Ich erhoffe mir, dass ich mich besser erhole und keine zwei Verletzungen in einer Saison habe. Dass ich meine ganze Saison durchziehen kann – und das spiegelt sich dann auch in der Leistung wider."
Auch wenn sie zu den besten Athletinnen der Welt zählt, bleibt sie mit Blick auf die internationale Konkurrenz realistisch. Die starke Präsenz einzelner Länder sei kein Zufall, sagt sie: "Man sieht schon, dass Deutschland und die USA ganz vorne liegen. Ich glaube, bei uns in Belgien ist es eher Zufall – wir haben nicht die Dichte."
Radio-Interview mit Lena Putters im Player:
Christophe Ramjoie