Mit der Aufstockung von 32 auf 48 Mannschaften reagiert die FIFA auf den Wunsch nach einer stärkeren globalen Repräsentation. Das neue Format sieht zwölf Gruppen mit jeweils vier Teams vor. Die beiden besten Mannschaften jeder Gruppe sowie die acht besten Gruppendritten erreichen die K.-o.-Runde. Dadurch wird erstmals ein Sechzehntelfinale ausgetragen, bevor es über Achtel-, Viertel- und Halbfinale zum Endspiel geht. Insgesamt werden 104 Partien ausgetragen - ein deutlicher Anstieg gegenüber den bisherigen 64 Spielen. Der spätere Weltmeister muss künftig acht statt sieben Spiele absolvieren.
Neben dem erweiterten Teilnehmerfeld setzt die FIFA auch auf Regelanpassungen, die den Spielfluss verbessern und Zeitspiel konsequenter bestrafen sollen. Schiedsrichter werden künftig sichtbare Zeitvorgaben bei Einwürfen und Abstößen überwachen. Ziel ist es, unnötige Verzögerungen zu verhindern und die effektive Spielzeit zu erhöhen. Auch bei Auswechslungen wird das Tempo angezogen: Spieler sollen das Feld zügig verlassen, um Unterbrechungen auf ein Minimum zu reduzieren.
Darüber hinaus werden Verletzungsunterbrechungen strenger geregelt. Nach einer Behandlung auf dem Spielfeld müssen Spieler grundsätzlich für einen kurzen Zeitraum außerhalb des Feldes bleiben, bevor sie zurückkehren dürfen. Die FIFA erhofft sich davon weniger taktisch motivierte Spielunterbrechungen und einen flüssigeren Spielverlauf.
Eine wichtige Rolle spielt weiterhin der Video-Assistent (VAR), dessen Einsatzmöglichkeiten in bestimmten Situationen erweitert werden. Gleichzeitig verschärft der Weltverband die Sanktionen gegen unsportliches Verhalten. Spieler und Teamoffizielle sollen stärker zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie Entscheidungen provozieren, den Spielfluss bewusst stören oder Schiedsrichter unter Druck setzen.
Mit diesen Änderungen verfolgt die FIFA zwei zentrale Ziele: Einerseits soll die Weltmeisterschaft durch die Teilnahme von 48 Nationen globaler und attraktiver werden. Andererseits sollen neue Verhaltens- und Zeitspielregeln dazu beitragen, dass auf dem Platz mehr Fußball gespielt wird. Die WM 2026 wird damit nicht nur die größte, sondern auch eine der reformfreudigsten Weltmeisterschaften der Geschichte sein.
Christophe Ramjoie