Spannender geht's kaum: Zwei Spieltage vor Schluss liegen St. Vith und Weywertz in der 2. Provinzklasse C gleichauf an der Spitze. Im Derby setzten sich die St. Vither am Samstagabend mit 3:1 durch.
Viel war im Vorfeld spekuliert worden über das Zusammentreffen der beiden eindeutig besten Teams der Serie, die beide mit Meisterambitionen in die Saison gegangen waren.
Weywertz im ersten Abschnitt dominant
Und es war bei strömendem Regen von Anfang an ein schnelles Spiel, in dem Weywertz mehr Ballbesitz hatte und auch die besseren Torraumszenen.
In Führung ging nach einer Viertelstunde aber der RFC St. Vith durch seinen Kapitän Markus Klauser: "Ich glaub, es war sogar Ballgewinn von mir, weiß gar nicht mehr so genau. Auf jeden Fall hatte ich den Ball, spiel ihn links raus und immer in solchen Momenten, wenn ich Platz vor mir habe, gehe ich halt nach vorne in den Rückraum. Und da kam der Ball perfekt auf meinen rechten Fuß und ich hau den in die kurze Ecke - Tor!"
Die Weywertzer schüttelten sich kurz und kamen nur wenige Minuten später durch einen Kopfball des besonders rührigen Tom Bultot zum Ausgleich.
Trotz weiterer Weywertzer Chancen (einmal kullerte der Ball nach einem etwas verunglückten Abschluss von Bultot an den Pfosten) blieb es bis zur Halbzeit beim 1:1.
"Die Wetterverhältnisse haben's sehr schwer gemacht", erklärt der Weywertzer Kapitän Nicola Thomas, "aber nachdem St. Vith in Führung gegangen war und wir unser Tor machten, hatten wir noch dicke Chancen, einmal am Pfosten, gehen aber mit 1:1 in die Pause."
St. Vith erkämpft sich die erneute Führung
Im zweiten Spielabschnitt präsentierte sich St. Vith wie ausgewechselt, erkämpfte sich nun seinerseits gute Gelegenheiten: Zweimal scheiterte Benoit Mulkin am Weywertzer Torwart Germain Hagemann.
Für den erneuten Führungstreffer sorgte zunächst nach einem Eckball Yannick Hansen, ehe dann Mulkin rund zehn Minuten vor dem Ende den Deckel draufmachte zum 3:1.
"Unsere zweite Halbzeit war nicht gut", sagt Nicola Thomas, "wir haben zwar auch noch Chancen, aber immer ist ein Bein dazwischen oder der Torwart hat gut gehalten. St. Vith macht nach einer Ecke das 2:1, dann noch das 3:1. Am Ende muss man leider sagen: verdient. Ist so."
Punkt- und sieggleich auf die Zielgerade
Von Weywertz kam nun trotz zahlreicher Wechsel nichts Zwingendes mehr. Beide Mannschaften finden sich nach 28 Spieltagen mit 63 Punkten und 20 Siegen (bei drei Unentschieden und fünf Niederlagen) wieder.
Am kommenden Wochenende hat St. Vith bei Schlusslicht Harzé eine zweifellos lösbare Aufgabe und spielt dann zu Hause gegen den Drittletzten Aywaille B. "Wir sind jetzt hochmotiviert, die Saison zu Ende zu bringen", sagt Markus Klauser, "wir gucken, dass wir unsere sechs Punkte holen. Und dann gucken wir mal, was Weywertz macht."
Weywertz empfängt Stavelot und muss am letzten Spieltag nach Xhoffraix, zwei Mannschaften aus dem Tabellenmittelfeld der 2. Provinzklasse C. "Für die neutralen Zuschauer ist das sehr spannend", räumt Nicola Thomas ein, "für uns ist das nicht so toll. Gut, es bleiben zwei Spiele, St. Vith muss zweimal gewinnen, wir müssen zweimal gewinnen und dann schauen wir, wie die Welt in zwei Wochen aussieht."
Stephan Pesch