Vor 35.000 Zuschauern, darunter rund 2.000 mitgereiste Anhänger des KRC Genk, begann das Achtelfinal-Rückspiel beim SC Freiburg aus Sicht der Limburger denkbar ungünstig. Genk fand zunächst überhaupt keinen Zugriff auf die Partie, ließ sich tief in die eigene Hälfte drängen und hatte große Probleme, die druckvollen Angriffe der Hausherren zu kontrollieren. Freiburg dominierte die Anfangsphase klar und nutzte seine Überlegenheit folgerichtig zur Führung: Nach einer präzisen Freistoßflanke von Vincenzo Grifo war Matthias Ginter zur Stelle und köpfte zum 1:0 ein.
Auch danach blieb Genk anfällig, wirkte unsortiert und kassierte nur wenig später den nächsten Rückschlag: Igor Matanović erhöhte nach einer unübersichtlichen Strafraumszene auf 2:0 für die Gastgeber. Erst mit zunehmender Spieldauer fanden die Gäste besser in die Begegnung, stabilisierten sich defensiv und setzten erste offensive Akzente.
In dieser Phase wurde Genk mutiger und gefährlicher – und belohnte sich kurz vor der Pause: Konstantinos Karetsas reagierte nach seinem Abschluss an den Pfosten am schnellsten, behielt den Überblick und legte quer auf Matte Smets, der aus kurzer Distanz zum 1:2-Anschlusstreffer einschob. Damit hatten sich die Genker nach schwachem Beginn eindrucksvoll zurückgemeldet und die Partie zur Halbzeit wieder offen gestaltet.

Acht Minuten nach Wiederanpfiff kippte die Partie wieder zu Gunsten der Freiburger – und Matte Smets wurde zur tragischen Figur. Unter Druck von Igor Matanović spielte der Innenverteidiger einen missglückten Rückpass, der zu kurz geriet und die Gastgeber praktisch einlud. Vincenzo Grifo reagierte am schnellsten, umkurvte Torhüter Lawal und schob zum 3:1 ein – zugleich sein 106. Pflichtspieltreffer für den SC Freiburg.
Drei Minuten später kam es noch dicker für die Limburger. Nach einer eigentlich harmlosen Ecke der Gäste schalteten die Gastgeber blitzschnell um. Ritsu Doan Suzuki trieb den Ball mit Tempo durch das Mittelfeld, spielte einen Doppelpass mit Manzambi und ließ sich an der Strafraumkante weder von Smets noch von Kayembe aufhalten. Mit letztem Einsatz grätschte er den Ball präzise ins rechte Eck zum 4:1.
Genk taumelte und war vor dem Aus in der Europa League. Maximilian Eggestein machte in der 79. Minute den Deckel drauf und traf zum 5:1.
Durch die Niederlage verpassen die Limburger den zweiten Einzug in ein Viertelfinale in einem europäischen Wettbewerb in der Vereinsgeschichte. Für den SC Freiburg war es der erste Einzug in ein europäisches Viertelfinale.
Christophe Ramjoie