Das Besondere an dem Kampf: Der Fight findet in einem Ring aus Heu statt - eine ungewöhnliche Kulisse, die es so bislang noch nicht gegeben hat. Gegner ist der 22-jährige Philipp Heuscheb. Zur Vorbereitung setzt Koch vor allem auf intensive körperliche Arbeit.
"Ich mache extrem viel Cardio", erklärt er, und ergänzt, dass er häufig gemeinsam mit seiner Freundin laufen geht. Technisch arbeitet er gezielt an seinem MMA-Training und bereitet sich unter anderem mit dem Kämpfer Paul Klein vor. Zusätzlich trainiert er bei Grappling Dynamics und bei Trainingspartnern in Düsseldorf, um sowohl im Stand als auch am Boden stärker zu werden.
Trotz des oft brutalen Images beschreibt Koch MMA als eine besonders faire Sportart. "Es ist für mich eine der fairsten Sportarten, weil danach immer alles in Ordnung ist", sagt er. Nach dem Kampf gebe es keine Ausreden: "Du hast deine drei oder fünf Runden und danach ist alles raus." Häufig begegne man sich danach mit Respekt, mache Fotos zusammen oder bleibe sogar in Kontakt.
Aus seiner Zeit im American Football bringt Koch mehrere Vorteile mit: Athletik, Disziplin und Explosivität. Gerade auf seiner früheren Position in der Defensivlinie sei es wichtig gewesen, schnell und kraftvoll zu reagieren - Fähigkeiten, die ihm nun im Käfig helfen. Seine größten Stärken sieht er im Bodenkampf: "Meine Stärken sind ganz klar die Takedowns und die Boden-Control-Time." Sobald der Kampf am Boden ist, versucht er den Gegner zu dominieren und den Kampf zu beenden: "Wenn ich auf ihm draufliege, zerlege ich ihn dann meistens."
Was ihn an MMA besonders fasziniert, ist die Intensität des Sports. Kämpfer bereiten sich oft monatelang auf nur einen einzigen Kampf vor. "Fußballer haben 30 Spiele in der Saison, Kämpfer zwei oder drei Kämpfe", erklärt Koch. Deshalb müsse man im entscheidenden Moment abliefern: "Du hast keine zweite Chance." Gleichzeitig mache gerade die Unberechenbarkeit den Reiz aus - ein Kampf könne nach wenigen Sekunden durch einen Schlag enden oder über die volle Distanz gehen.
Trotz seines Einstiegs in den Sport verfolgt Koch keinen langfristigen Karriereplan im MMA. Nachdem er bereits eine erfolgreiche Laufbahn im Football hatte, steht für ihn heute vor allem die Freude am Wettkampf im Mittelpunkt. "Ich brauche immer ein Ziel", sagt er. "Ich bin keiner, der einfach zu Hause auf dem Sofa bleibt."
Für seinen ersten Kampf im Heuring hat er dennoch eine klare Vorstellung: "Das Ding relativ schnell beenden - mit einer Submission." Der ungewöhnliche Kampfort bringt allerdings auch taktische Veränderungen mit sich. Anders als im klassischen Oktagon mit Käfig kann er den Gegner nicht an der Wand festsetzen. "Man muss den Kampf mehr in die Mitte verlagern", erklärt Koch. Grundsätzlich bleibe der Ablauf jedoch gleich - entscheidend sei weiterhin, den eigenen Gameplan durchzusetzen.
Radio-Interview mit Nico Koch im Player:
Christophe Ramjoie