Der Einsatz am Rande stand jenem auf der Matte in nichts nach. Anweisungen, Ratschläge - all das im Eifer des Gefechts. Jede Menge Judotalente zog das 21. Euregioturnier nach Eupen. Mehr als 250 Teilnehmer waren dabei: Natürlich aus vielen Ecken Belgiens, aber auch aus Deutschland und Luxemburg.
Die Veranstaltung hat Anziehungskraft - sehr zur Freude von Jean-Claude Smitz vom Königlichen Judo & Ju-Jitsu Club Eupen und Mitorganisator des Turniers. "Das ist für uns natürlich eine sehr gute Vitrine. Wir haben sehr viele Zuschauer", sagt er.
In der Tat: Gut gefüllte Ränge in der Halle am Stockbergerweg. Und auch rund um die Matten wimmelte es von Sportlern und Betreuern. Auch Christoph Pohl vom Jülicher Judoclub war mit seinen Schützlingen angereist. Eine Premiere für die deutschen Nachwuchs-Judoka.
"Es ist etwas anders als in Deutschland", sagt Pohl. "Es wird alles in französisch angesagt. Und ich bin des Französischen nicht mächtig. Das heißt, wir müssen schon ein bisschen rumfragen, um zu wissen, auf welcher Matte wir kämpfen. Was sehr geschickt ist, ist das mit dem QR-Code. Dann kriegt man die ganzen Judolisten direkt aufs Handy. Das ist sehr charmant", findet er.
Und auch die Leistungsstärke der Judoka auf dem Euregioturnier hatte es dem Gast aus Deutschland angetan. Hoch sei das sportliche Niveau, so Pohl. "Die Bandbreite ist relativ groß. Es sind einige Neulinge, die hier kämpfen. Aber es sind zum Teil auch sehr hochwertige Kämpfe und gute Techniken. Zum Teil ist in der gleichen Gewichtsklasse und im gleichen Alter die Spannweite ziemlich groß", sagt er.
Gekämpft wurde mit vollem Einsatz, aber gleichzeitig, so betont Jean-Claude Smitz, spielen im Judo auch Werte immer eine maßgebende Rolle. "Judo ist ja ein japanischer Sport. Und die Japaner sind einem gegenüber sehr respektvoll. Wenn man auf die Matte geht, begrüßt man die Matte, man begrüßt den Schiedsrichter und den Gegner. Und wenn der Kampf zu Ende geht, begrüßt man wieder seinen Gegner und die Matte, bevor man von der Matte abgeht", so Smitz.
Turnierorganisation mit vereinten Kräften
In den Jahren vor der Covid-19-Pandemie organisierte der Königliche Judo & Ju-Jitsu Club Eupen das Euregioturnier stets allein. Mittlerweile besteht eine Zusammenarbeit, erklärt Smitz:
"Nach Corona fehlten uns eigene Ressourcen." Denn Freiwillige, die bereit seien, sich in die Arbeit eines Sportvereins einzubringen, müsse man schon suchen, betont er. "Und dann haben wir gedacht: Warum organisieren wir das nicht mit befreundeten Vereinen aus der Region? Dann haben wir Plombières und Pepinster angeschrieben, weil wir mit denen gut in Verbindung sind. Das erste Turnier, das wir letztes Jahr zusammen gemacht haben, da hat sehr viel Arbeit drin gesteckt. Da haben wir über anderthalb Jahre im Voraus angefangen. Aber dieses Jahr hatten wir die Erfahrung vom letzten Jahr. Wir haben ein kleines Jahr an den Vorbereitungen gearbeitet", sagt er.
Arbeit, die sich lohnt. Die Anzahl der Teilnehmer aus Belgien und darüber hinaus zeigt es.
Moritz Korff







