Ausblick: Hochklassiges Frauentennis beim KTC Eupen

Dass im Eupener Park Hütte im Sommer hochklassiges Tennis geboten wird, ist nicht neu. Noch vor den Männern dürfen aber in diesem Jahr die Tennisspielerinnen aufschlagen: bei einem internationalen Turnier, das mit immerhin 25.000 Dollar dotiert ist.

Bild: Robin Emonts/BRF

Archivbild: Robin Emonts/BRF

Bei der Präsentation sitzen zwar ausschließlich Männer am Tisch, spätestens mit Beginn der Qualifikationsspiele an diesem Sonntag haben dann aber eindeutig die Damen den Vortritt: bei den „Ethias Ladies Open“ auf der Außenanlage des Königlichen Tennisclubs Eupen.

„Wir organisieren ja schon seit 14 Jahren eine Herren-Edition. Dadurch haben wir sehr gute Beziehungen zum Verband, haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, das zu organisieren. So hatten wir das Glück, dass der wallonische Tennisverband AFT auf uns zugekommen ist, um ein Frauenturnier zu organisieren mit Unterstützung ihres Hauptsponsors Ethias“, erklärt Turnierleiter Olivier Zimmermann.

Samuel Deflandre, Generalsekretär bei der AFT, freut sich, dass aus dem ursprünglich anvisierten 15.000-Dollar-Turnier gleich bei der ersten Auflage ein 25.000-Dollar-Turnier geworden ist, ausgehend von der aktuellen Situation im internationalen Turniergeschehen.

Da ließ sich die AFT trotz der damit verbundenen finanziellen Herausforderung nicht zweimal bitten, will sie doch dem Damentennis auf den unterschiedlichsten Ebenen einen neuen Schub geben – nach den „fetten Jahren“ mit Vorbildern wie Justine Henin und Kim Clijsters. „Da kommt ein so hochdotiertes Turnier gerade recht, auch damit sich belgische Tennisspielerinnen an einer starken Konkurrenz messen können“, sagt Samuel Deflandre.

Präsentierten in Eupen die Ethias Ladies Open (v.l.n.r.): Jacky Lauffs (Ethias), Olivier Zimmermann (Turnierleiter), Luc Xhardez (KTC Eupen), sowie Fabien Doyen, Samuel Deflandre und Olivier Davin von der AFT (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Präsentierten in Eupen die Ethias Ladies Open (v.l.n.r.): Jacky Lauffs (Ethias), Olivier Zimmermann (Turnierleiter), Luc Xhardez (KTC Eupen), sowie Fabien Doyen, Samuel Deflandre und Olivier Davin von der AFT (Bild: Stephan Pesch/BRF)

Am höchsten gesetzt ist die 33 Jahre alte Russin Marina Melnikova, in der WTA-Rangliste derzeit auf Platz 186. Die Türkin Çağla Büyükakçay, heute 32 Jahre alt, war vor sechs Jahren mal Top 60. Und die 26-jährige Barbara Haas aus Österreich hat sich auch schon für die Hauptrunden bei Roland Garros und bei den US Open qualifizieren können.

Regionales Aushängeschild ist Marie Benoît, mittlerweile 27 und Nummer 369 auf der Weltrangliste. „Wir freuen uns sehr, Marie begrüßen zu dürfen, die im letzten Jahr noch alle Grand-Slam-Turniere gespielt hat“, sagt Olivier Zimmermann. „Sie ist jetzt ein bisschen zurückgefallen, aber hat hier die Möglichkeit, gute Spiele zu machen.“

„Wir haben Florence Fohnen im Hauptfeld und gute regionale Spielerinnen unseres Zentrums in der Qualifikation: Émilie Thunus, Astrid Schmits, Romy Fohnen, Katalin Kormos, Ely Cordonnier … also sehr viele Spielerinnen des Clubs.“

Qualifikation ab Sonntag

Die Qualifikationsrunde läuft an diesem Sonntag und Montag, ab Dienstag stehen dann die Sechzehntelfinalspiele auf dem Programm, am Donnerstag das Achtel-, Freitag das Viertelfinale, am Samstag die Vorschlussrunde im Einzel und das Finale im Doppel und am Sonntagnachmittag um 15 Uhr dann das Endspiel.

„Wir versuchen auch, Spiele direkt nach Feierabend um 17 Uhr anzusetzen, haben ein schönes Rahmenprogramm mit einem After Work und einem Players Grill“, so Olivier Zimmermann. Für die AFT Ladies Night am Freitagabend angesagt hat sich unter anderem die Bronzemedaillengewinnerin von Sydney im Damendoppel, Dominique Monami.

Bleibt für den Turnierleiter noch der Blick zum Himmel: „Wir würden uns natürlich wünschen für die Plätze und die Natur, dass es ein bisschen regnen würde. Aber für das Turnier jetzt sind die Vorhersagen weiterhin gut. Das erleichtert uns die Aufgabe, weil wir sonst in Nachbarhallen ausweichen müssten, aber es sieht vielversprechend aus.“

Stephan Pesch