Eupener Sportbund sagt der sexualisierten Gewalt im Sport den Kampf an

"Prävention Sexualisierte Gewalt im Sport" - diesem Thema widmet sich der Eupener Sportbund gemeinsam mit dem Stadtsportbund Aachen. Im Rahmen eines Erasmus+-Projektes fand vor zwei Wochen ein erster Workshop statt, an dem 13 interessierte Vereine aus der Region teilgenommen haben.

Eupener Sportbund setzt sich für "Prävention gegen sexualisierte Gewalt" ein

Eupener Sportbund setzt sich für "Prävention gegen sexualisierte Gewalt" ein Bild: Eupener Sportbund

Sexualisierte Gewalt im Sport ist offenbar immer noch ein ganz großes Tabuthema. Damit möchte der Eupener Sportbund brechen und nimmt in Ostbelgien eine Vorreiterrolle ein, was die Präventionsarbeit anbelangt.

So gab es einen Workshop, um Leitlinien für Übungsleiter und Trainer zu erarbeiten, um klare Regeln aufzustellen. „Und um eben diese Prävention sexualisierter Gewalt auch mit einzubinden in die tägliche Trainingsarbeit aller Beteiligten. Das war sehr interessant, zu sehen während dieser zwei Tage, wie sich das Denken bei den Teilnehmern jeweils gewandelt hat“, sagt die Geschäftsführerin des Eupener Sportbundes Anne Brüll.

„Manchmal aber auch sah man auch eine Ohnmacht vor diesem Thema, das als sehr schwierig erachtet wird“, so Anne Brüll. „Wenn man dieses Thema jedoch dann noch weitertragen möchte in seinen Verein, in seiner Organisation, bedarf es vieler kleiner Dinge.“

Gesellschaftlicher Wandel

Der Eupener Sportbund habe auch schon Rückmeldungen der Vereine erhalten: „Ganz konkretes Beispiel ist hier am Stockberger Weg im Sportzentrum, wo die Kabinentrennung nicht ideal ist, so dass es leider dazu kommt, dass Fotos geschossen werden von der einen Kabine in die andere und dies leider dann auch zu Mobbing führt“, berichtet Anne Brüll. „Es ist ein Wandel, der nicht nur im Sport auftritt, sondern in unserer ganzen Gesellschaft. Da gibt es auch Probleme, würde ich sagen.“

„Aber wir sind sehr glücklich, dass sich die Vereine dem Thema annehmen und versuchen, es in ihr Vereinsleben zu integrieren. Es ist nicht einfach und ein langer Weg, aber dafür sind wir da mit unserem Erasmus Projekt“, erklärt Anne Brüll.

Auf Mitmenschen achten

Zu Beginn des Workshops wurde thematisiert, wo genau sexualisierte Gewalt anfängt. „Und da sieht man einfach, wie jeder da auch eine andere Sichtweise hat“, so die Geschäftsführerin vom Sportbund. „Es ist schwierig. Es geht darum, dass wir in einer Kultur der Achtsamkeit leben wollen, in der wir auf unsere Mitmenschen achten.“

„Für den einen ist die Umarmung oder das Küsschen bei der Siegerehrung völlig in Ordnung, für den anderen ist es aber ein totaler Grenzübertritt“, sagt Anne Brüll. „Und da muss man einfach sagen, dass Kinder das nicht sofort mitteilen, wenn ihnen das nicht gefällt. Und das sind einfach so Dinge, die man immer wieder in seinem Tun mit beachten sollte, dass es vielleicht für mich völlig in Ordnung ist und dass ich auch keinen Hintergedanken da habe, aber für mein Gegenüber ist es eine Grenzverletzung.“

Treffen im September

De Ausbildung zur Ansprechperson, die Kontaktaufnahmen von Beratungsstellen seien jetzt konkrete nächste Punkte. „Und darüber hinaus kommt dann auch noch mit den Aachener Partnern ein großes Netzwerktreffen im September“, so Anne Brüll. Zu diesem Treffen wolle der Sportbund alle Partner, alle Beratungsstellen und Vereine einladen.

Konkrete Anfragen zu dem Thema habe es aus den anderen Gemeinden noch nicht gegeben. „Unser Wunsch ist es aber, dass wir es schaffen, daraus in Ostbelgien ein gemeinsames Projekt oder ein gemeinsames Thema zu machen.“

Christophe Ramjoie