Harald Heinen freut sich über Aufstieg des RFC Seraing nach 25 Jahren

Nach 25 Jahren ist dem RFC Seraing am letzten Wochenende die Rückkehr in die 1. Division A gelungen. Ein Kunststück, das auch damals schon der Bütgenbacher Harald Heinen mit den "Métallos" geschafft hat.

Harald Heinen in gelb (Archivbild: Belga)

Harald Heinen 1993 beim RFC Seraing (2. Reihe, 1. v.l., Archivbild: Belga)

Harald Heinen war sechs Jahre lang aktiv beim RFC Seraing und ist in der Zeit von der 3. in die 1. Division mit aufgestiegen. Auch dieses Jahr ist der Aufstieg verdient, findet er. „Ich habe die zwei Spiele im Fernsehen gesehen und muss ich sagen, es war schon verdient, besonders das zweite Spiel war klar für Seraing. Und es freut mich sehr, dass der Verein jetzt wieder da ist, wo er eigentlich hingehört.“

„Meiner Meinung nach hat der Verein einen sehr großen Stellenwert. Es ist ein Verein, der zu meiner Zeit sehr viel mit der Jugend gearbeitet hat, extrem viele Jugendspieler herausgebracht hat. Und auch für die Region, er ist doch ‚ärmer‘ als der FC Lüttich. Es ist immer ein Arbeiterverein gewesen.“

Das erste Ziel sollte jetzt sein: Erstmal in der Klasse ankommen und auch dort bleiben, findet Harald Heinen. „Anstatt von Europapokal oder Top vier zu träumen. Wir hatten damals eine super-junge Mannschaft, zusammen mit etlichen erfahrenen Spielern. Wenn Seraing jetzt auf demselben Weg so arbeiten wird, wie damals gearbeitet worden ist, dann haben sie eine langfristige Zukunft in der ersten Liga – anstatt jetzt mit teuren Transfers, oder auch mit älteren Spielern mit Namen, kurzfristigen Erfolg zu haben. Ich glaube, es ist besser, etwas aufzubauen, um dann in etlichen Jahren vielleicht Europapokal zu spielen.“

Seraing arbeitet mit dem französischen Verein Metz zusammen, der auch stark auf die Jugendarbeit setzt – die richtige Herangehensweise für Harald Heinen. „Besonders jetzt in der Situation mit Corona, mit finanziellen Problemen. Eigentlich hätte das in einem so kleinen Land wie Belgien schon viel eher gemacht werden müssen, dass die Vereine viel mehr mit eigenen Leuten arbeiten, viel mehr mit der Jugend arbeiten.“

„Belgien hat kaum Spieler, die mit 16 oder 17 Jahren in der ersten Liga spielen. Und das finde ich traurig, weil in Deutschland, wo das Niveau viel höher ist, hat man sehr viele junge Spieler, die Stammspieler sind in ihren Vereinen, die Europapokal oder Champions League spielen. Und das hat man hier in Belgien nicht. Das war früher in Belgien die Stärke.“

Harald Heinen denkt gerne an die Zeit in Seraing zurück. „Wenn ich dort vorbeifahre oder auch in das Stadion reingehe, kriege ich immer noch Hühnerhaut und Kribbeln. Das ist etwas Spezielles, der Verein hat mir die Chance gegeben, Profi zu werden, erste Liga zu spielen und Europapokal zu spielen. Und der Verein, die Zuschauer, das alles war wie eine kleine Familie.“

Harald Heinen im Tor des RFC Seraing 1995 (Bild: Belga)

Harald Heinen im Tor des RFC Seraing 1995 (Bild: Belga)

cr/km