Debakel perfekt: WM findet ohne Niederlande statt – Robben tritt ab

Was unterscheidet die Niederlande von Saudi-Arabien und dem Iran? Im Gegensatz zu den Asien-Vertretern bleibt Oranje bei der WM 2018 nur die Zuschauerrolle. Was wie ein blöder Scherz klingt, ist für Holland bittere Gewissheit. Starspieler Robben tritt nach dem Aus gleich ab.

Arjen Robben

Arjen Robben

Die nächste Schmach für die Niederlande ist perfekt. Nach der verpassten EM 2016 ist das Team um den am Abend aus dem Nationalteam zurückgetretenen Arjen Robben auch bei der  Fußball-Weltmeisterschaft in Russland 2018 nur Zuschauer. Das 2:0 gegen die am Ende punktgleichen Schweden genügte nicht mehr, um bei der Tordifferenz entsprechend aufzuholen und Playoff-Spiele um eine letzte WM-Chance zu erzwingen.

Für Bayern-Star Robben war es ein besonders packender Abend. Weil die Elftal mit sieben Toren Unterschied gewinnen hätte müssen und ein Rücktritt von Robben beim Quali-Scheitern sehr wahrscheinlich erschien, hatte der 33-Jährige schon bei der Hymne mit seinen Emotionen zu kämpfen. Anschließend besorgte er mit einem verwandelten Handelfmeter (16. Minute) und einer schönen Direktabnahme (21.) im Alleingang den 2:0-Endstand – und trat unmittelbar nach Spielende von der großen Bühne im Oranje-Trikot ab. „Ich will mich jetzt ausschließlich auf Bayern konzentrieren“, sagte der Doppel-Torschütze, der 2010 in Südafrika mit Holland Vize-Weltmeister wurde und 2014 nur haarscharf an einem weiteren WM-Finale scheiterte.

Die Kulisse und die ihm zujubelnden Fans habe er „besonders genossen“, betonte der Flügelflitzer des deutschen Rekordmeisters. Robbens Entscheidung ist verständlich: Beim nächsten für ihn möglichen großen Turnier, der EM 2020, wäre er bereits 36 Jahre alt.

Für die Niederlande um den bisherigen Trainer Dick Advocaat bedeutet das erste WM-Aus seit 2002 mal wieder einen Neuanfang. Vor zwei Jahren qualifizierten sich unter anderem Nordirland, Albanien und Ungarn für das EM-Endturnier in Frankreich – nicht aber die Niederlande. In Russland werden Ägypten, der Iran und Saudi-Arabien mitspielen – nicht aber die Mannschaft um den abgetretenen Kapitän Robben.

dpa/okr - Bild: Emmanuel Dunand (afp)

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