Kompromiss im Provinzfußball: „Endlich ist das Theater beendet“

Eigentlich hätte der Ball an diesem Wochenende auch in der 1. und 2. Provinzklasse rollen sollen. Durch die "Merlina-Affäre" wurde der Saisonstart aber um zwei Wochen verlegt. "Wir sind sehr froh, dass das Theater beendet ist und dass wir genau wissen, wann es losgeht", sagt Raerens Präsident Walther Collubry.

Walther Collubry, Präsident des RFC Raeren

Walther Collubry, Präsident des RFC Raeren

Der RFC Raeren hätte dieses Wochenende zum eigentlichen Start der 1. Provinzklasse gegen den Aufsteiger Amel rangemusst. Stattdessen stand ein Testspiel gegen den CS Welkenraedt auf dem Programm. 5:1 lautete das Resultat am Ende.

„Die Spieler haben ja schon um den 20. Juli angefangen, zu trainieren, und waren auf den heutigen Tag fokussiert. Das hat nicht funktioniert, aber wir haben Freundschaftsspiele organisiert, um die Spieler bei Laune zu halten. Aber die Mannschaft ist auch froh, dass sie nun weiß, wann es endlich losgeht.“ Start ist am 27. August.

Um den Streit um die Plätze in der 1. Provinzklasse zu lösen, hat das Provinzialkomitee die Anzahl Mannschaften von 16 auf 18 erhöht, was auch für Kopfschütteln gesorgt hat. Collubry sieht es pragmatisch. „Da müssen wir mit leben, das ist nunmal so beschlossen worden. Ich denke, es war ein Kompromiss, um nicht noch weiter vor Gericht erscheinen zu müssen.“

Wegen der zwei zusätzlichen Mannschaften wurden das Wochenende vom 1. November und das Wochenende vor Weihnachten in den Kalender aufgenommen. Die Meisterschaft wurde bis in den Mai verlängert. Deshalb wurden die Tranchen gestrichen – schade, sagt Collubry. „Ich fand die Tranchen gut. Wenn eine Mannschaft ein Hoch hatte in der Saisonmitte, wurde sie belohnt. Aber das wäre jetzt einfach unmöglich.“ Für eine Aufstiegsrunde bleibt am Saisonende keine Zeit mehr.

Nächstes Jahr steigen mindestens fünf Mannschaften aus der P1 ab – im schlimmsten Fall sogar bis zu neun. In Raeren macht man sich aber keine Sorgen, dazuzugehören. „Wir haben den Kader etwas vergrößert. Wir hatten nur einen namhaften Abgang, Cédric Laschet hat uns nach langen Jahren Richtung Deutschland verlassen. Dafür haben wir aber drei Zugänge: Glody Kudura ist zurückgekommen, Marvin Van Melsen und Amaro Dabo sind zu uns gestoßen. Deshalb haben wir keine Angst vor dem Abstieg.“

Veraltete Strukturen

Auch beim FC Eupen ist man erleichtert, dass nun klare Verhältnisse herrschen. „Die Spannung steigt von Woche zu Woche und man ist einfach froh, wenn es losgeht“, sagt Trainer Mario Kohnen. „Die Entscheidung, die jetzt getroffen wurde, ist meiner Meinung nach die logischste. Sie hätte nur zwei Monate früher fallen müssen.“

„Ich hoffe, dass daraus nun positive Lehren gezogen werden. Aber ich wage es zu bezweifeln. Das ganze Konstrukt mit Provinzialkomitee usw. ist meiner Meinung nach sehr veraltet, das sind sehr alte Mechanismen. Da muss frisches Blut rein, da müssen vielleicht auch andere Systeme und Strukturen aufgebaut werden. Solange das nicht passiert, bin ich sehr skeptisch“, so Kohnen.

Die 2. Provinzklasse C besteht in der Saison 2017-2018 aus 16 Mannschaften, dort hat das Tranchensystem aber weiterhin Bestand. Wie in der P1 wird an den Wochenenden vom 1. November und 17. Dezember gespielt. „Man erspart den Vereinen donnerstags eine lange Fahrt und ein Abendspiel. Das November-Spiel kann man verlegen, wenn man damit nicht einverstanden ist. Den 17. Dezember finde ich auch eine logische Entscheidung, auch wenn das eine oder andere Spiel wahrscheinlich wegen der Witterung ausfallen wird. Aber ich denke, dass die Ansetzung der Spiele so in Ordnung ist.“

cr/km - Bilder: Christophe Ramjoie/BRF

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