Spa-Francorchamps: Nathalie Maillet hat große Pläne für die Rennstrecke

Ab dem 1. Juli leitet die französische Architektin und Rennfahrerin Nathalie Maillet die Rennstrecke von Spa-Francorchamps. Die neue Direktorin hat sich und ihre Pläne am Freitag offiziell vorgestellt.

„Spa-Francorchamps ist nicht nur die schönste Rennstrecke der Welt. Sie soll auch weltweit zur Referenz werden. Das ist meine Mission“, erklärt Nathalie Maillet im BRF-Interview. Die 46-jährige Französin mit Wurzeln in Belgien und Luxemburg wird ab dem 1. Juli die neue Direktorin der Verwaltergesellschaft der Rennstrecke von Spa-Francorchamps.

Nathalie Maillet ist gelernte Architektin. Einer der Schwerpunkte ihres Zehn-Jahres-Plans ist die Erneuerung der Infrastruktur. „Ja, die Infrastruktur hat gelitten. Meiner Meinung nach ist da nicht genug investiert worden. Die Seele der Rennstrecke, die Atmosphäre und die Qualität sind verloren gegangen. Das gehört jetzt zu meinen Aufgaben: Zuerst werden wir die komplette Runde machen und sehen, was wir optimieren können.“

Architektur und Automobil

„Meine beiden Berufe ergänzen sich und passen ganz gut hierher. Zur Rennstrecke gehört eine große Infrastruktur. Und mit meinem Architekturbüro haben wir viele Projekte mit großen Unternehmen im Umweltbereich, Projekte bis zu 50 Millionen Euro. Und dann ist ja da noch meine zweite Leidenschaft: Automobilsport.“ Denn Maillet ist auch Leiterin eines Motorsport-Teams und selbst Rennfahrerin. Ab Juli hat sie aber dafür keine Zeit mehr. Und gibt ihre beiden Unternehmen in die Hände ihrer Mitarbeiter.

Teamwork ist auch in ihrem neuen Job als Rennstrecken-Direktorin die Basis. „Ich habe noch nicht jeden kennengelernt, aber natürlich bin ich durch den Rennsport schon oft hier gewesen und kenne bereits einen Teil der Leute in den Büros, im Atelier und auch die Streckenkommissare. Ich freue mich jetzt darauf, auch alle anderen kennenzulernen und die Stärken eines jeden einzelnen zu verstehen, damit wir dann gemeinsam darauf aufbauen können.“

Nathalie Maillet hat das perfekte Profil, finden Verwaltungsrats-Präsident Cornélis und Minister Marcourt. Und genauso sah das die Einstellungsjury. „Ein Rekrutierungsbüro hatte mich angerufen, ich war ziemlich überrascht“, erklärt Maillet „Ich habe mich dann doch schnell entschieden, meine Kandidatur einzureichen. Aus 130 Bewerbern ist dann etwa ein Dutzend in die engere Auswahl gekommen. Als ich erfahren habe, dass ich dabei bin, wollte ich dann natürlich auch gewinnen.“

Der Zuschauer ist der Boss

Großes Ziel von Maillet: Ein breiteres Publikum an die Strecke bringen, mehr Frauen und Familien für einen Ausflug nach Francorchamps begeistern. Außerdem gibt es ein Projekt für die berühmte Raidillon-Kurve. Sie soll sich zu einem richtigen Treffpunkt entwickeln – auch abseits des Renngeschehens. „Ich werde Ihnen nichts Genaues verraten, aber es gibt große Pläne und viele Ideen. Die werden wir nach und nach vorstellen.“

„Eins steht aber fest: Das Publikum ist unser Boss. Ich will wieder mehr Zuschauer an die Strecke locken. Und das nicht nur durch die großen Events, die es schon gibt, es soll auch neue Veranstaltungen von Qualität geben. Damit die Menschen Lust haben, am Wochenende etwas Zeit hier zu verbringen. Aber natürlich bleiben wir in erster Linie eine Rennstrecke.“

Katrin Margraff

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