Augen auf bei der Studien- und Berufswahl

Für viele Abiturienten geht die Schule bald zu Ende und ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Wie soll es weitergehen? Bei der Entscheidung für ein Studium oder eine Ausbildung spielen Noten oft eine zu große Rolle. Jugendliche sollten sich aber vor allem darüber klar werden, welche Fähigkeiten sie haben.

Studenten bei einer Vorlesung an der Universität Gent

Was soll ich einmal werden? Welchen Beruf will ich ausüben? Was kann ich, was macht mir Spaß und was hat Zukunft? Das sind die Fragen, vor denen jeder Jugendliche steht. Ausbildung oder Studium? Mit oder ohne Abitur?

In einem Alter, in dem es schon schwierig genug ist, sich in der Welt zurecht zu finden, müssen Jugendliche sehr wichtige und schwierige Entscheidungen treffen, die ihr ganzes Leben beeinflussen können.

Fähigkeiten sind wichtiger als Noten

Olrik Müller ist Geschäftsführer eines Großhandelsunternehmen für Präzisionswerkzeuge in Herzogenrath bei Aachen, und immer auf der Suche nach motivierten Auszubildenden: „Wir gehen in Schulen, machen dort Unterricht zu allen möglichen Berufsbildern und versuchen, den Jugendlichen zu zeigen, dass es spezielle Anforderungen in Berufen gibt, und dass sie selber spezielle Fähigkeiten haben – und das die wichtiger sind als Noten.“

Dabei hat Olrik Müller gemerkt, dass die Jugendlichen oft mehr über ihre Möglichkeiten wissen, als Erwachsene ihnen zutrauen: „Die wissen viel mehr als wir glauben. Die müssen nur noch stärker in diese Richtung gelenkt werden.“

Eltern sollten vor allem offen sein

Bei der Berufsberatung für Schüler könnte nach seiner Ansicht einiges noch besser laufen: „Wir müssen mehr die Wirtschaft einbinden. Es ist sehr wichtig, dass mehr aus der Praxis berichtet wird. Was ist notwendig? Was muss ein Schüler können? […] Das kann ein Lehrer nicht rüberbringen.“

Eltern können auch eine wichtige Rolle spielen, wie Olrik Müller erläutert: „Eltern können ihren Kindern dadurch helfen, dass sie offen sind, dass sie akzeptieren, dass ihre Kinder nicht so sind, wie sie selber sind, nicht ihre eigenen Träume und Wünsche auf ihre Kinder projizieren.“

vk/est - Illustrationsbild: Nicolas Maeterlinck/BELGA