Häusliche Gewalt: Der Kampf für die Rechte der Frau

Am internationalen Frauentag sind die Rechte der Frauen auch in Belgien beziehunsweise Ostbelgien ein Thema. Ein besonders trauriger Aspekt betrifft die häusliche Gewalt, die leider immer noch eine Realität ist. Die Föderalabgeordnete Kattrin Jadin befragte Justizminister Geens zu der Thematik und forderte Maßnahmen.

Häusliche Gewalt ist und bleibt ein gesellschaftliches Problem. Präventionskampagnen haben bislang zu einer höheren Sensibilität für das Thema in der Gesellschaft geführt. An der Gewalt hat sich jedoch nicht viel geändert. Dies ist mit ein Grund dafür, weshalb die ostbelgische Föderalabgeordnete Kattrin Jadin den Justizminister Geens zu den Zahlen befragt hat.

„18.000 Klagen allein in 2015 – das ist wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs eines Phänomens, das zuzunehmen scheint“, erklärt Jadin.  Ich denke, dass es immer noch schwierig ist für Frauen, die Opfer jeglicher Gewalt werden – sei es der häuslichen aber auch der moralischen Gewalt. Davon spricht man leider viel zu wenig. Schwierig bleibt eben, den Schritt zu wagen, seinen Partner auch wirklich anzuklagen“, so Jadin weiter.

Jährlich 45.000 Verfahren wegen häuslicher Gewalt in Belgien

Nach Angaben von Amnesty International eröffnet die Justiz in Belgien jährlich 45.000 Verfahren wegen häuslicher Gewalt. 2013 starben in Belgien 162 Personen an den Folgen häuslicher Gewalt. Auch die psychische Gewalt ist nicht zu unterschätzen.

Informationen der ostbelgischen Prisma-Beratungsstelle zufolge, suchen jährlich 200 Betroffene die Dienststelle auf. Im vergangenen Jahr wurden mit diesen Personen über 600 Gespräche mit dem Schwerpunkt Gewalt geführt. Das Frauenhaus nahm 14 Frauen und 18 Kinder auf. Das Zentrum organisiert regelmäßig Präventionskampagnen, etwa die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“.

‚Family-Center‘ in Planung

„Ich habe den Justizminister schon mal auf diese Zahlen hingewiesen. Er hat mir bestätigt, dass die Regierung dieses Problem sehr ernst nimmt. Es sind auch weitere Schritte geplant. Ein Family-Center soll zum Beispiel eröffnet werden, das den Frauen auch die Möglichkeit gibt, wirklich alle juristischen Schritte zu kennen, die sie gegebenenfalls, wenn sie Anklage erheben möchten, in diesem Fall auch einfordern können. Es ist vielleicht nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein. Ich denke, es bedarf noch viel mehr Aufklärung“, meint Jadin.

Es gebe noch eine Menge zu tun, so Jadin – der Kampf für die Rechte der Frau müsse fortgesetzt werden.

Chantal Delhez - Illustrationsbild: Federico Gutierrez/DPA

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