Jahr der Barmherzigkeit: St. Vither Kirche lädt zum Pilgern ein

Das von Papst Franziskus ausgerufene "Jahr der Barmherzigkeit" wird auch in den ostbelgischen Pfarren in die Tat umgesetzt. Vor allem in St. Vith gibt es ein vielfältiges Angebot zu dem Thema. Die dortige Pfarrkirche wurde vom Lütticher Bischof Jean-Pierre Delville als Pilgerort für Ostbelgien ausgewählt.

Heilige Pforte von Kontaktgruppen des Pfarrverbandes St. Vith gestaltet

Heilige Pforte von Kontaktgruppen des Pfarrverbandes St. Vith gestaltet

Ursula Hennen gehört zu einer 26-köpfigen Animationsgruppe im Seniorenheim in St. Vith, die sich nicht nur einmal in der Woche, sondern auch an Feiertagen um die alten Menschen kümmert. Seit 16 Jahren ist sie dabei und findet in dieser ehrenamtlichen Aufgabe große Erfüllung. „Nächstenliebe und Barmherzigkeit gehören zusammen. Ich finde man sollte die alten Leute begleiten. Das ist ja ihr letzter Weg, den sie gehen. Es gibt viele einsame Leute, die überhaupt keinen Besuch bekommen und die sind immer froh, wenn man nur zuhört. Man braucht gar nicht zu sprechen: Zeit haben und zuhören“, erklärt Ursula Hennen.

Das will Ursula Hennen auch am kommenden Sonntag vermitteln, wenn sie in der Kirche über ihr Engagement spricht. Die Zeugnisse verschiedener Menschen im Gottesdienst sind eine von vielen Aktionen im Jahr der Barmherzigkeit, die in St. Vith stattfinden.

„Wir haben dann überlegt, dass jeden Monat ein Werk der Barmherzigkeit mit den Menschen vertieft wird. Das ganze Jahr über werden 22 Plakate diese elf Werke der Barmherzigkeit, die monatlich vertieft werden, auch ein bisschen veranschaulichen durch Bilder und Texte, so dass dann jeder persönlich, sich das heraus nehmen kann, was ihm eigentlich in dem Augenblick wichtig ist“, erklärt Dechant Claude Theiss.

Nah am Leben und in einer verständlichen Sprache sollten die Bilder und Texte sein, die in der St. Vither Pilgerkirche ausgestellt sind. Die Werke der Barmherzigkeit, wie sie in der Bibel aufgeführt sind, sind heute aktueller denn je, findet Dechant Claude Theiss. Die einzelnen Botschaften von Hunger, Durst, Nacktheit, Kranksein, Gefangensein seien große aktuelle Frage und die Christen seien herausgefordert, eine adäquate Antwort zu finden.

Eine Antwort auch auf ein so großes und aktuelles Thema wie Versöhnung. Dazu hat der Papst für den 5. März zu einer weltweiten Aktion aufgerufen, in der 24 Stunden lang Animationen zu dem Thema stattfinden. Ostbelgien macht mit. Um 11:15 Uhr geht es los.

„Es wird eine Viertelstunde lang in allen Kapellen und Kirchen geläutet. Wir werden mit den Menschen einen Weg durch die Natur gehen und Stationen halten. Kinder und Jugendliche werden Spiele zum Thema der Versöhnung machen, wir werden einen Film über Versöhnung schauen, eine Taizé-Gebetsstunde machen, wir werden in der Nacht stilles Gebet machen, wir haben eine Reihe junger und älterer Künstler gefunden, die Musikinstrumente spielen und wir werden natürlich auch einen Abschlussgottesdienst feiern in der Kirche am Sonntag“, erklärt Theiss.

Daneben gibt es aber auch jeden Monat zusätzliche Angebote – jeweils zu einem Werk der Barmherzigkeit. So wird es im April ums das Thema Durst und Wasser gehen.

Bis November dauert das vom Papst ausgerufene Jubeljahr. Ein Pilgerheft informiert über die Angebote in St. Vith.

Michaela Brück - Bild: Claude Theiss

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