Ameler Opposition will Verkaufsbedingungen von gemeindeeigenen Baustellen abändern

Erschwingliches Bauland zu finden, ist nicht leicht. Um dem Problem entgegenwirken, wurden in einigen Kommunen gemeindeeigene Parzellierungen vorgenommen, so auch in Amel. Mache Parzellen sind jedoch nach wie vor schwer zu kaufen - und das wollen die Ameler Oppositionsfraktionen ändern.

Gemeindehaus von Amel

Archivbild: Julien Claessen/BRF

Um erschwingliches Bauland zu schaffen, sind in verschiedenen Kommunen gemeindeeigene Parzellierungen vorgenommen worden. Das ist auch in Amel der Fall. Da es sich um öffentliche Parzellierungen handelt, entscheidet nicht die Gemeinde, sondern der Urbanismus über mögliche Auflagen wie verpflichtende Giebelgemeinschaften. Dies ist unter anderem ein Grund, weshalb manche Parzellen schwer zu verkaufen sind.

Um die Attraktivität dieser Parzellen zu erhöhen, wollen die Oppositionsfraktionen „Bürgerinteressen“ und „Gestalte Zukunft: Mach mit“ Abänderungsvorschläge bei den Verkaufsbedingungen dieser Baustellen einreichen. Das Thema wollen sie in einem Zusatzpunkt bei der Gemeinderatssitzung von kommenden Montag erneut aufrollen.

Mitte Oktober vergangenen Jahres hatte die Opposition bereits einen Antrag gestellt, in Born die Möglichkeit zu schaffen, weiteres Bauland zu erschließen. Die Mehrheit im Gemeinderat hatte den Vorschlag abgewiesen mit der Begründung, es gebe eine Prioritätenliste, angefangen bei Herresbach. Montenau und Amel sollten folgen – Dörfer, in denen die Gemeinde Bauland besitzt, für das sie auf eine Verstädterungsgenehmigung wartet.

Verkauf von Giebelgemeinschaftsbaustellen soll beschleunigt werden

Jetzt will die Opposition Vorschläge einbringen, um den Verkauf von Giebelgemeinschaftsbaustellen zu beschleunigen. „Diese Giebelgemeinschaften müssen wir so attraktiv machen, dass sie auch käuflich erworben werden, das heißt: Wir schlagen vor, dass diese Baustellen in Erbpacht übergeben werden. Die Leute haben dann sofort 20.000 bis 25.000 Euro gespart. Sie müssen diese Baustellen nicht gleich bezahlen, sondern haben 50 Jahre Zeit, um diese zu bezahlen – oder sie kaufen sie nicht. Dann fällt das Haus und die Baustelle wieder zurück an die Gemeinde, aber sie haben auch die Möglichkeit, dass die Kinder die Baustelle kaufen, wenn die Eltern sie nicht wollen und dann ist das Haus auch automatisch schon von den Kindern übernommen“, erklärt Rainer Autmanns von der Fraktion Bürgerinteressen.

Und Berthold Müller von der Fraktion „GZ-Mach mit!“ fügt hinzu: „Im Dorf Born selbst weiß ich, dass da regelmäßig junge Leute auf der Suche nach neuen Baustellen sind und wir wissen auch, dass die Baustellen, die jetzt aktuell noch von der Gemeinde angeboten werden, die erschlossen sind, sich schwer verkaufen lassen. Dieser Tagesordnungspunkt ist also auch zu sehen unter dem Aspekt, dass zum Beispiel in Born im Raume steht, dass durch den Wegfall oder den Nichterwerb von Baustellen, das Dorf und die Schülerzahl in den Schulen stagnieren. In einigen Jahren könnten da gewisse Probleme – auch auf die Schule in Born – zukommen.“

Müller: „Wir blockieren uns selbst“

Diese Prioritätenliste sei das Problem. Die Mehrheit bestehe darauf, schwer verkäufliche Baustellen an oberster Stelle zu setzen.

„Baugrundstücke, die noch erschlossen werden könnten und die auch attraktiv sind, werden erst sehr spät erschlossen und die Gemeinde wird oder möchte diese nicht verkaufen. Das heißt: Die Katze beißt sich in den Schwanz. Wir haben Baustellen, die schwer verkaufbar sind. Die Leute sind da, die andere Baustellen kaufen möchten, es wird aber kein neues Bauland erschlossen. Also wir blockieren uns selbst“, so Berthold Müller.

Man müsse von dem absoluten Muss des Selbstkostenpreis für Bauparzellen Abstand nehmen. Es solle ein Unterschied im Verkaufspreis gemacht werden je nachdem, um welches Haus es sich handele, sprich mit oder ohne Giebelgemeinschaft. Das sieht auch Rainer Autmanns so: „Durch diesen Tagesordnungspunkt möchten wir die Leute aufrütteln und auf diese Probleme hinweisen – nicht nur die Mehrheit, sondern auch die Bevölkerung. Wenn wir jetzt nicht reagieren dann ist es irgendwann zu spät und dann können wir nicht mehr reagieren.“

cd/mg - Bild: BRF