Eupen: Abriss der ehemaligen Grundschule Unterstadt verzögert sich

Wie am Montag im Eupener Stadtrat bekannt gegeben wurde, wird sich der Abriss der ehemaligen Schule in der Unterstadt noch weiter verzögern. Außerdem hat der Eupener Stadtrat neue Bauprojekte beschlossen. Die Arbeiten am Stadtmuseum sollen bald fortgesetzt werden. Das Viertelhaus Cardijn erhält mehr Unterstützung von der Stadt und für die ehemalige Französische Schule im Bergviertel in Eupen gibt es einen Kaufinteressenten.

Rathaus von Eupen

Das alte Rathaus von Eupen wird in Zukunft das "Tourist-Info" beherbergen (Archivbild: Julien Claessen/BRF)

Der Abriss der ehemaligen Schule in der Unterstadt könnte noch mehrere Jahre auf sich warten lassen. Grund ist das Vorhaben der Stadt Eupen, die Kosten für den Abriss über die Wallonische Region zu finanzieren.

Damit die Region die Kosten in Höhe von geschätzt 40.000 Euro übernimmt, muss der Gebäudekomplex allerdings erst in das sogenannte SAR-Programm aufgenommen werden. Die Finanzierung über SAR sei eine tolle Sache, bemerkte Eupens ehemaliger Bürgermeister, Elmar Keutgen (CSP). Allerdings dauere die Bearbeitung der Anträge oft mehrere Jahre.

Keutgen spricht aus Erfahrung, denn in Eupen wurden in der Vergangenheit bereits mehrere Projekte erfolgreich durch das SAR-Programm unterstützt. Laut der stellvertretenden Bürgermeisterin Claudia Niessen (Ecolo) ist sich die Stadt des Risikos bewusst. Angesichts der knappen Kassen wolle man aber jede Möglichkeit für alternative Finanzierungen ausschöpfen, erklärte sie.

Neue Bauprojekte

Die Mauer des Eupener Friedhofs an der Herbesthaler Straße soll instand gesetzt werden. Die Kostenschätzung zu dem Projekt beläuft sich auf rund 150.000 Euro. Laut der CSP-Opposition ergibt sich der stolze Preis aus den hohen technischen Anforderungen für die Instandsetzung. Weil aber der Zustand der Mauer schon sehr lange desolat ist, stimmten die Vertreter im Stadtrat einstimmig für die Instandsetzung.

Beschlossen wurden am Montag außerdem die Erneuerung der Kanalisation am Oeberg in Eupen und die Anschaffung von neuem Material für den Bauhof.

Bauarbeiten am Stadtmuseum sollen bald fortgesetzt werden

Die Bauarbeiten am Eupener Stadtmuseum sollen schon bald weitergehen. Nach Informationen der Stadt konnte man den Zusatzauftrag für den Altbau des Museums an den Bauunternehmer vergeben, der auch für den Rest des Gebäudes verantwortlich ist. Das beschleunigt die Prozedur um mindestens ein halbes Jahr. Die Stadt hofft, bestenfalls gegen Ende des Jahres weitermachen zu können. Der genaue Termin wird festgelegt, sobald die DG die definitive Zusage zur Finanzierung der Mehrkosten erteilt hat.

Wegen Statikproblemen an der Fassade des Museums herrscht seit rund anderthalb Jahren Stillstand auf die Baustelle in der Gospertstraße. Der Altbau hatte sich insgesamt als baufällig erwiesen und muss nun teilweise neu aufgebaut werden. Dadurch wird das Projekt fast doppelt so teuer, wie geplant. Die Wiederaufnahme der Bauarbeiten zog sich aufgrund der langatmigen und komplizierten administrativen Prozeduren hin.

Mehr Unterstützung für das Viertelhaus Cardijn

Das Viertelhaus Cardijn in der Eupener Unterstadt erhält mehr Unterstützung von der Stadt. Grund ist die Anerkennung des Viertelhauses als sozialer Treffpunkt. Bis Ende 2016 übernimmt die Stadt rund 12 Prozent der Kosten für die Animationen des Zentrums. Der Vertrag kann verlängert werden, wenn das Viertelhaus die Bedingungen für seine weitere Anerkennung als sozialer Treffpunkt erfüllt. Dabei geht es unter anderem um die Anbindung an andere soziale Akteure im Viertel und die Stärkung der Aktivitäten im Haus.

Neuer Kaufinteressent für ehemalige französische Schule

Für die ehemalige Französische Schule im Bergviertel in Eupen gibt es einen Kaufinteressenten. Das teilte die stellvertretende Bürgermeistern Claudia Niessen am Montag dem Stadtrat mit. Die Pläne für die künftige Nutzung des Areals sollen bald der Bevölkerung vorgestellt werden. Man habe bei der Auswahl der Kandidaten großen Wert auf die nachhaltige Stadtentwicklung gelegt, erklärte Niessen. Das Areal soll also dazu beitragen, das Bergviertel in Eupen attraktiver zu machen.

Anne Kelleter - Foto: Julien Claessen/BRF